GU: Die unglaublichen Erlebnisse von Rebecca und Elaine

Die unglaublichen Erlebnisse von Rebecca und Elaine

Jürgen Kuberski

[Abschrift aus factum, September 1991, S. 18-25]

Elaine ist Hexe und Satanistin. Gotteslästerliche und perverse Orgien gehören genauso  zu ihrem Leben wie Dämonen, die  als Wesen erscheinen und über Menschen  herfallen. Elaine erlebt die Folterung von  Menschen und ihre Tötung und Opferung  für Satan. Dieser tritt selbst als schöner junger Mann auf und heiratet die höchste  Hexe der Vereinigten Staaten – Elaine.  Sie reist um die ganze Welt und trifft sich  mit höchsten Regierungsvertretern, um  die Verwirklichung eines Planes – die  Weltherrschaft Satans – voranzutreiben.

Rebecca Brown ist Ärztin und eine hingegebene Nachfolgerin Jesu. Sie wagt es, den Kampf mit den dämonischen Mächten  aufzunehmen. Dabei verliert sie beinahe  ihr Leben; aber durch sie kommt die  Satanistin Elaine zum Glauben an Jesus  Christus und wird schliesslich – nach vielen Kämpfen – frei von dämonischer Besessenheit.

«Er kam, um die Gefangenen zu  befreien»

So lautet der Titel des Buches, in dem Rebecca  Brown ihre und Elaines Erlebnisse berichtet. Es findet in christlichen Kreisen immer mehr Verbreitung, (1) und inzwischen  wurde auch bereits ein Folgeband  veröffentlicht («Rüste Dich zum Kampf»). In englischer Sprache sind zudem Kassetten von Rebecca und Elaine erhältlich. (2)  Doch zunächst noch etwas mehr zum Inhalt des Buches:

Eine Frau namens Elaine (ein Nachname wird nie genannt) erzählt im ersten Teil des Buches ihre Geschichte: Als Kind  hatte sie viel unter ihren angeborenen  Missbildungen (Wolfsrachen) zu leiden (S. 26ff). Kaum war sie auf der Welt,  wurde mit ihrem Blut eine satanistische Zeremonie durchgeführt, wodurch sie zum Besitz Satans wurde (S. 27). Sie entwickelt unerklärliche Kräfte und erhält Zugang zu einem streng geheimen Satanskult, der sich «Die Bruderschaft» nennt  und Menschen und Tiere opfert (S. 32). Elaine bekommt immer mehr okkulte Fähigkeiten  und verschreibt sich dann bewusst  Satan. Als sie einem Hexenzirkel beitritt, übertrifft sie die magischen Fähigkeiten der anderen und steigt dadurch in  der Hierarchie der Hexen immer höher. Durch eine besondere Zeremonie, bei der Satan in der Gestalt eines schönen jungen  Mannes erscheint, wird Elaine die «höchste Braut Satans in den Vereinigten Staaten » (S. 62). Anschliessend fliegt sie mit ihm (Satan) in dessen Privatjet nach Kalifornien, wo seine prunkvolle Villa steht. Als «Braut Satans» unternimmt sie viele Reisen, trifft sich mit Regierungsvertretern  und auch mit dem Papst, der ihre  Identität kennt.

Bei den Treffen des Satanskults erscheinen Dämonen als Wesen, es werden Menschen misshandelt und geopfert. Elaine sieht Werwölfe, Zombies und Vampire (S. 66). Inzwischen hat aber Dr. Rebecca Brown den Kampf gegen die dämonischen Mächte aufgenommen und Satans Pläne durcheinandergebracht. Dieser gibt Elaine den Auftrag, Rebecca zu töten, doch der Anschlag misslingt. Wie andere Satanisten (S. 78, 224f), versucht auch Elaine, in eine christliche Gemeinde hineinzukommen, um diese zu unterwandern und zu zerstören. – Aber Elaine bekehrt  sich (S. 81).

Rebecca und Elaine kämpfen gegen Dämonen

Auch nach ihrer Bekehrung ist Elaine noch besessen, hat okkulte Fähigkeiten und muss gegen die Dämonen um ihr Leben  kämpfen. Aber Rebecca, der sie inzwischen  begegnet ist, hilft ihr im geistlichen Kampf; sie gibt sogar ihre medizinische  Karriere auf (S. 98).

Nun berichten Rebecca und Elaine abwechselnd  von ihren weiteren Erlebnissen. Beide leiden körperlich unter dämonischen  Angriffen, die trotz einer ‘Lossage- Gebetsnacht’ (S. 96f) andauern. Während ihres Kampfes erleben sie aber immer  wieder, dass ihnen Engel erscheinen und ihnen helfen (S. 120f, 127f). Bei einem speziellen ‘Lossage-Treffen’ wird  Elaine schliesslich von allen Dämonen befreit.

Lehren über Okkultismus

Die zweite Hälfte des Buches (ab S. 131f) enthält lehrhafte Abhandlungen über das Gebiet des Okkultismus. Rebecca beschreibt die Praktiken und Gegenstände, die okkulte Belastungen hervorrufen («Einfallstore Satans»), und wie man von  okkulten Bindungen freiwerden kann. Sie bringt einiges über den geistigen Aufbau des Menschen (Geist, Seele, Leib und deren Unterteilungen), wobei sie sich an Watchman Nees Bücher anlehnt (S. 158f). Rebecca erklärt, wie man gegen dämonische  Mächte kämpfen soll (S. 193f) und  lässt sich über die Existenz von Werwölfen  und Vampiren aus (S. 215f). Am Schluss berichtet Elaine, wie Satanisten christliche Gemeinden zerstören (S. 224f), und Rebecca spricht über Krankheiten  mit dämonischem Ursprung (S. 237f).

Geteilte Meinungen

Während es einerseits Christen gibt, die  das Buch als hilfreiche Aufklärung über die Machenschaften Satans empfehlen,  melden andere zu Recht ernsthafte Bedenken an.

Zunächst ist festzuhalten, dass wir als Christen die jenseitige Welt ernst nehmen müssen. Sie ist ebenso real wie unsere  materielle Welt und kann Einfluss auf uns nehmen. Satan und seine Dämonen sind existent, und sie verfügen über eine enorme Macht. Satan ist der Urheber des Bösen, er schädigt und pervertiert die Schöpfung Gottes und will die Menschen unterjochen. Satan kann «Offenbarungen»  schenken, «Wunder» wirken und Menschen besessen machen – davon spricht die Bibel ganz klar. Als Christen dürfen wir die ‘Finsternis dieser Welt’, die widergöttlichen Mächte nicht verharmlosen oder gar wegdiskutieren. Gott gebietet uns in seinem Wort, in den geistlichen Kampf  zu treten und mit geistlichen Waffen gegen  Satan und seine Dämonen zu kämpfen  (Eph 6,10ff; 2.Kor 10,3-5), die Machenschaften  des Teufels aufzudecken  und gegen dämonische Unterwanderung  in dieser Welt vorzugehen.

Viele Christen empfinden die Bücher von  Rebecca Brown hier als Hilfe, weil sie dadurch  an die Realität der widergöttlichen  Welt erinnert und ermutigt wurden, den  geistlichen Kampf zu führen und Satan in  ihrem Leben keinen Raum zu geben. Und  das ist natürlich sehr zu begrüssen. Andererseits  aber gibt es auch Christen, die die  Glaubwürdigkeit der Berichte von Rebecca  und Elaine bezweifeln und auf Inhalte  hinweisen, die sich nicht mit der biblischen  Lehre vereinbaren lassen. (3)

Was ist von den Erlebnissen von Rebecca  und Elaine zu halten? Lassen sich ihre  Berichte bestätigen? Sind sie glaubwürdig?

Um darüber Klarheit zu bekommen, untersuchen  wir zunächst, was über Rebecca  und Elaine persönlich, unabhängig von  ihren eigenen Veröffentlichungen, bekannt  ist. Deckt sich das, was wir aus anderen  Quellen über die beiden erfahren  mit dem, was Rebecca und Elaine über  sich selbst berichten? Stimmt das Leben  der beiden mit den biblischen Massstäben  überein?

Seriös recherchiert hat dazu im wesentlichen  das amerikanische «Personal Freedom  Outreach», eine Vereinigung von evangelikalen  Christen aus verschiedenen  Denominationen, die es sich zur Aufgabe  gemacht haben, Verführungen und Irrlehren aufzudecken und zu widerlegen. (4) (Die  Belege und zitierten Quellen sind diesem  Artikel zu entnehmen.)

Dr. Ruth Irene Bailey alias  «Rebecca Brown»

Rebecca Brown lebte nicht immer unter  diesem Namen: Ursprünglich hiess sie  Ruth Irene Bailey. Sie liess aber ihren  Namen am 25. April 1986 offiziell auf  Rebecca Brown ändern.5 Als Begründung  wird laut Gerichtsakten angegeben, Ruth  Bailey sei unter ihrem Schriftsteller- Pseudonym «Rebecca Brown» inzwischen  bekannter als unter ihrem eigentlichen  Namen. (6) Für die Namensänderung sind  jedoch andere Gründe durchaus wahrscheinlicher:

Ruth Irene Bailey wurde am 21. Mai 1948  in Shelbyville, Indiana (USA) geboren,  lernte nach der High School Krankenschwester  und arbeitete sieben Jahre auf  diesem Beruf. (7) 1976 begann sie ein Medizinstudium,  das sie 1979 mit dem Doktorgrad  abschloss. Danach arbeitete sie am  Ball Memorial Hospital in Muncie, Indiana.  (Das ist das Krankenhaus, das Rebecca  in ihren Berichten als besonders «satanisch » beschreibt. Der Sprecher des Krankenhauses  und Direktor der medizinischen  Ausbildung, Dr. John Cullison, erklärte  gegenüber der Zeitung «Indianapolis  News»: «Dr. Bailey tat einige Jahre  lang ihren Dienst sehr gut. Aber dann  wurde mir wiederholt gemeldet, dass sie  auf der Intensivstation Dämonen austrieb.  Ich bat sie, zu gehen.» (8)

Während ihrer Arbeit am Ball Memorial  Hospital wurde ihr Verhalten offenbar immer  exzentrischer: Bei ihren Exorzismen  in den Krankenräumen verwendete sie  Kerzen und erzählte den Patienten, sie sei  von Gott «auserwählt». Sie, als einzigeÄrztin, sei befähigt, bestimmte Krankheiten  zu diagnostizieren. Bei verschiedenen  Anlässen behauptete Dr. Bailey zudem,  sie könne die Krankheiten ihrer Patienten auf sich nehmen und gegen die Dämonen,  Teufel und anderen bösen Geister kämpfen,  die die verschiedenen Verletzungen  und Krankheiten hervorgerufen hätten.  Zudem glaubte sie, andere Ärzte, auch einige  des Krankenhauses, seien in Wirklichkeit  Dämonen und Teufel. Aus all  dem wird deutlich, dass Ruth Irene Bailey  alias Rebecca Brown wahrscheinlich unter  einer Geistesstörung litt. Darüber hinaus  liessen sich manche Einzelangaben,  die Rebecca über ihre Zeit an diesem  Krankenhaus gemacht hat, eindeutig widerlegen. 9

Die Identität von Elaine

Elaine heisst mit richtigem Namen Edna  Elaine Knost und stammt aus New Castle,  Indiana (USA). Sie wurde mit einem  Wolfsrachen geboren, wodurch ihr Gesicht  etwas entstellt wurde. Elaine berichtet  selbst in «Er kam ...», wie sie während  ihrer Kindheit darunter litt:

«Einsamkeit, weil ich nicht wie die anderen  Kinder war; Ablehnung als Reaktion  auf meine Missbildung. Ich hatte sehr wenige  Freunde. (...) Den Kindern in der  Schule schien es Spass zu machen, mich  anzustacheln, zu stossen und umherzuschubsen  und sich über mich lustig zu  machen, bis ich es fast nicht mehr aushalten  konnte.» (S. 28)

Sehr wahrscheinlich konnte Elaine ihre  angeborene Missbildung nicht verkraften,  so dass sie psychische Schäden davontrug.  Die Zurücksetzung durch ihre Umwelt  kompensierte sie durch den Versuch,  so viel Aufmerksamkeit wie möglich auf  sich zu lenken. Das wurde auch in Gesprächen  mit Mitgliedern ihrer Familie  bestätigt. Diese gaben an, dass Elaine ein  Leben führte, das mit Lügen und Wunschvorstellungen  durchsetzt war; zum Beispiel  habe sie öfter auf öffentlichen Veranstaltungen  Anfälle vorgetäuscht. So  zeigte sich Elaines Familie wenig erstaunt  darüber, was sie in den Büchern und Kassetten  weitergab.

Ein medizinischer Bericht hält fest, dass  Elaine unter «Persönlichkeitsverwirrung»  leidet und «von zweifelhafter Verlässlichkeit » ist. Dazu zwei Beispiele:

In «Er kam ...» erzählt Elaine (S. 29), wie  sich der Kapitän des Football-Teams über  sie lustig machte. Darauf habe sie ihn fast  totgeschlagen, obwohl dieser fast 90 Kilo  wog, sie hingegen nur 45. Elaines Klassenkameraden  und die Mitglieder des  Football-Teams bezeugten jedoch, dass  sich dieser Vorfall nie ereignet habe.

An anderer Stelle berichtet Elaine von einem  «Sommerlager», auf dem sie in den  Okkultismus eingeführt worden sei:

«Das Lager hatte viele Einrichtungen:  Museen, Büchereien, verschiedene Häuser,  in denen man zu Hellsehern, Hypnotiseuren,  Handlinienlesern, Tarot-Karten- Legern, Voodoo-Experten etc. gehen  konnte. Manche von diesen Leuten lebten  dort ständig, manche nicht. An diesem  Ort fanden die offiziellen Treffs des  Kultes mit der unwissenden Bevölkerung  statt» (S. 34)

Obwohl Elaine weder Namen noch Ort  des «Sommerlagers» nennt, ist so gut wie  sicher, dass sie damit eine Einrichtung  meint, die als «Camp Chesterfield» in Indiana  bekannt ist. Diese 1886 gegründete  Einrichtung wird von der «Indiana Society  of Spiritualists» geführt, einer Vereinigung  von Spiritisten, die eine Mischung  von Christentum, Spiritismus und New  Age lehren. Dies darf man jedoch nicht  mit Hexentum oder Satanismus gleichsetzen,  auch wenn die spiritualistische Lehre  der Lehre der Bibel total widerspricht und  somit ebenfalls dämonischen Ursprungs  ist. Die Beschreibungen Elaines stimmen  mit den wirklichen Umständen des Camps  ziemlich genau überein – abgesehen davon,  dass das Camp nicht geheim ist und  dass dort keine Einführungen in den Satanismus  stattfinden. Soweit die Beispiele.

In den Berichten von Rebecca und Elaine  wird nur kurz angedeutet, dass Elaine  verheiratet war. In «Er kam ...» erklärt Rebecca,  dass Elaine von ihrem Mann verlassen  worden und sie dann «bei den Satanisten  geblieben» sei (S. 92). Da sich Rebecca  und Elaine etwa um das Jahr 1980  begegnet sind, musste in etwa dieser Zeit  die Trennung Elaines von ihrem Mann erfolgt  sein.

Nachforschungen bei den Behörden haben  aber ergeben, dass Edna Elaine Knost  schon 1967, zweieinhalb Monate nach ihrer  Eheschliessung (wobei sie den Namen  Edna Elaine Moses angenommen hatte)  geschieden worden war. Ihr Mann hatte  die Scheidung mit der Begründung eingereicht,  Elaine habe ihn in einer «grausamen  und unmenschlichen Art und Weise  behandelt». Die Scheidung Elaines erfolgte  somit bereits 1967 – und nicht erst etwa  13 Jahre später.

Nach der Scheidung lebte sie bis in die  späten siebziger Jahre bei ihrer Mutter  und ihrem Stiefvater, hatte verschiedene  Arbeitsstellen und begann dann eine Ausbildung  als Krankenschwester – und das  alles zu einer Zeit, in der sie nach ihren  eigenen Angaben als «Braut Satans» um  die Welt reiste, sich mit Regierungsvertretern  traf und Satans Pläne koordinierte  und verwirklichen half...

Begegnung von Rebecca und  Elaine

In den späten siebziger Jahren wurde  Elaine im Ball Memorial Hospital mehrmals  operiert, um ihren «Wolfsrachen» zu  korrigieren. Dr. Ruth Bailey (Rebecca)  und Elaine sind sich wahrscheinlich dort  zum ersten Mal begegnet. Bald darauf zogen  die beiden Frauen zusammen. Rebecca  beschreibt, der Herr habe gewollt, dass  sie eine Privatpraxis eröffne, damit sie  «eine grössere Zahl Patienten erreichen  könnte» (S. 98). Dass ihr vom Ball Memorial  Hospital gekündigt wurde, berichtet  sie nicht.

Dr. Ruth Bailey (Rebecca) eröffnete daraufhin  in Lapel (Indiana) eine Praxis –  mit finanzieller Hilfe des katholischen St.  John’s Hospital der nahegelegenen Stadt  Anderson. Das Ganze wird durch verschiedene  Unterlagen belegt. Eine Zusammenarbeit  mit einer katholischen Institution  ist allerdings höchst interessant. Denn  Rebecca Browns Verleger, Jack Chick, ist  für seine scharfe Kritik am Katholizismus  bekannt, was in vielen seiner Publikationen  zum Ausdruck kommt. Auch Rebecca  und Elaine greifen in ihren Büchern und  Kassetten die Katholische Kirche massiv  an und warnen vor jeglicher Verbindung  mit ihr...

So behauptet Elaine auf der Kassette  «Closet Witches 2», dass Katholiken,  Freimaurer und Satanisten eng zusammenarbeiten  und dieselben okkulten  Fähigkeiten nutzen würden. In «Prepare  For War» («Rüste Dich zum Kampf»)  schreibt Rebecca, dass jeder Christ, der  seine katholischen Freunde nicht darüber  aufkläre, dass sie verloren seien, sondern  eine falsche Freundschaft mit ihnen aufrecht  erhalte, Anteil am bösen und götzendienerischen  System des Katholizismus  habe und Hexerei praktiziere (S.  166). Eine geschäftliche Verbindung oder  in diesem Fall gar finanzielle Abhängigkeit  von einer katholischen Institution wäre  aus dieser Sicht bestimmt nicht zu befürworten  gewesen. Dadurch aber hat Dr.  Ruth Bailey (Rebecca Brown) ihren eigenen  Massstäben nicht entsprochen und –  laut ihrer eigenen Definition – am Götzendienst  Anteil gehabt und Hexerei praktiziert.

Während dieser Zeit haben sich Ruth Bailey  und Elaine sogar als Schwestern ausgegeben,  was aus der lokalen Zeitung ersichtlich  wird und von Bewohnern Lapels  bestätigt wurde. Elaine Knost Moses  nannte sich zeitweise sogar Elaine Bailey.

In «Prepare For War» schreibt Rebecca,  sie hätten zu jener Zeit gegen tausend  Leute vom Satanismus befreit (S. 224).  Da sie etwa 25 Monate (April 1982 bis  Mai 1984) in Lapel lebten, würde das bedeuten,  dass sie pro Tag durchschnittlich  1,3 Leute vom Satanismus befreiten! Rebecca  berichtet weiter, sie und Elaine sei-

en an ihrem neuen Wohnort weiterhin von  Dämonen und Satanisten bedrängt worden;  schliesslich seien ihre Wohnung und  Rebeccas Büro total zerstört worden, wobei  sie gerade noch hätten entkommen  können. Darüber hinaus hätten sich ihre  Familienmitglieder und ihre Gemeinde  gegen sie gestellt und verlangt, sie sollten  sich in psychiatrische Behandlung begeben.  Daraufhin seien sie aus dem Staat geflohen  (S. 225).

Die Wirklichkeit war anders

Im Oktober 1983 wurde Edna Elaine  Moses ins St. Vincent Hospital von Indianapolis  eingeliefert. Ihr Körper war von  Wunden übersät, was auf Misshandlungen  schliessen liess. Sie redete unzusammenhängend,  hatte eine Überdosis Drogen erhalten  und war dem Tod nahe. Die Polizei  wurde eingeschaltet, wobei Polizeioffizier  Samuel E. Hanna, ein wiedergeborener  Christ, die Untersuchungen leitete. Als  Hauptverdächtige stellte er Dr. Ruth Bailey  fest. Zu dieser mehrmonatigen Untersuchung  wurden der Staatsanwalt, die  Drogenbehörde, das St. John’s Hospital,  die amtliche medizinische Zulassungsstelle  und andere Stellen eingeschaltet.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse  verfügte die medizinische Zulassungsstelle  bei Dr. Ruth Bailey den Entzug ihrer  Arztlizenz für 90 Tage. Weitere Untersuchungen  folgten. Dabei stellte man fest,  dass Dr. Bailey in weniger als sechs Monaten  100 Rezepte für Demerol (amerikanische  Markenbezeichnung) ausgestellt  hatte. Das ist ein schmerzstillendes Medikament,  das schwer abhängig macht. Am 22. Mai 1984 wurde Dr. Bailey die Arztlizenz  für weitere 90 Tage entzogen, da sie  «eine deutliche und unmittelbare Gefahr  für die allgemeine Gesundheit und Sicherheit » darstellte. Dr. Bailey wurde aufgefordert,  sich einer vollständigen körperlichen  und psychischen Untersuchung zu  unterziehen.  Dr. Bailey war inzwischen aus Lapel geflohen  und in einen anderen Bundesstaat  (Niles, Michigan) gezogen. Bei der gerichtlichen  Anhörung im September 1984  erschien sie nicht, was als weiterer Beleg  ihrer Schuld gewertet wurde. Von den 19  erschienenen Zeugen wollten einige ihre  Adresse nicht öffentlich bekanntgeben,  weil sie Dr. Baileys Rache fürchteten. Sie  besitze eine Pistole und habe gedroht,  Leute, die sie für besessen hielten, zu verletzen.  Einige Zeugen sagten aus, sie hätten  gesehen, dass Dr. Bailey sich selbst,  Elaine Moses und deren fünfzehnjähriger  Tochter Claudia Moses Demerol und  Morphium injiziert habe. Ihr Haus sei voll  gewesen von gebrauchten Nadeln und  Spritzen. Die ehemalige Haushälterin sagte  aus, die Wohnung sei sehr schmutzig  gewesen, als sie und ihre Tochter dort  eingezogen seien. «Ich habe 18 Säcke  Müll hinausgetragen. Im Schlafzimmer, das sich Dr. Bailey und Mrs. Moses teilten,  lagen überquellende Aschenbecher,  Teller mit Essensresten und Tierkot herum.  Das Haus war voll mit Büchern über  Dämonologie», bezeugte sie.

Der amtliche  Untersuchungsbericht

Die amtliche medizinische Zulassungsstelle  gab einen achtseitigen Bericht heraus,  in dem der sofortige Entzug der Arztlizenz  von Dr. Bailey gefordert wurde.  Darin wird unter anderem festgehalten:

Dr. Bailey hat in vielen Fällen ihre Patienten  fehldiagnostiziert und Krankheiten  wie Leukämie, Gehirntumore und andere  Krankheiten festgestellt, die angeblich  durch Dämonen, Teufel und böse Geister  verursacht seien. Die Patienten hatten jedoch  keine der genannten Krankheiten.  Dr. Bailey hat häufig behauptet, sie seivon Gott als einzige Ärztin «auserwählt»,  bestimmte Krankheiten zu diagnostizieren,  während andere Ärzte (z.B. Ärzte des  Ball Memorial Hospitals in Muncie und  des St. John’s Medical Centers in Anderson)  in Wirklichkeit Dämonen, Teufel  und andere böse Geister seien. Eine angebliche  Leukämie von Elaine Moses hat  Dr. Bailey mit sehr hohen Dosen Demerol  und Phenobarbitrol «behandelt»; der  Tochter von Mrs. Moses injizierte sie  mehrfach Demerol und liess zu, dass die- se sich selbst Demerol spritzte. Dr. Bailey  hat ihre Patienten generell mit grossen  Mengen von Drogen versorgt, zahlreiche  ihrer Patienten mussten sich aufgrund der  eingenommenen Medikamente und Drogen  einer Entgiftung bzw. einer Entziehungskur  unterziehen.

Während Mrs. Moses unter der Obhut  von Dr. Bailey war, wurde sie von ihrer  Familie ins Krankenhaus eingeliefert, um  sich einer Entgiftung zu unterziehen und  ihre Verletzungen behandeln zu lassen, so  eine Infektion der Harnwege und Entzündungen  durch verschiedene Katheter, die  die intravenöse Verabreichung von Medikamenten  erleichtern sollten, sowie weiterer  Verletzungen am Körper.

Dr. Bailey hat häufig davon gesprochen,  die Krankheiten ihrer Patienten (z.B. die  angebliche Leukämie von Mrs. Moses)  auf sich nehmen zu können, indem sie  gegen die krankheitsverursachenden Dämonen  kämpfe. Dr. Bailey behandelte  sich selbst ohne Grund mit grossen Mengen  Demerol gegen eine ebenfalls selbst  diagnostizierte, nicht existierende Leukämie  und einen angenommenen Gehirntumor.  Sie injizierte sich stündlich eine  nicht-therapeutische Dosis von 3 Kubikzentimeter  Demerol in verschiedene Venen.  Der Psychiater, der Dr. Bailey untersuchte  und Aussagen von Zeugen überprüfte,  diagnostizierte bei ihr eine akute  Persönlichkeitsverwirrung, verbunden mit  Wahnvorstellungen von Dämonen und paranoider Schizophrenie. Soweit die gekürzte  Darstellung des amtlichen Untersuchungsberichts.

Wahrheit oder  Wahnvorstellung?

Das häufig erwähnte Demerol, von dem  Rebecca und Elaine abhängig waren, hat  bekannte Nebenwirkungen: Psychische  Verwirrung, Halluzinationen und Verhaltensstörungen,  die psychotische Störungen  vermuten lassen, sowie Abhängigkeit,  körperliche Schwäche, Schwindelanfälle  und Krämpfe.

Man kann sich leicht vorstellen, dass für  die Berichte von Rebecca und Elaine über  ihre Erlebnisse mit der okkulten Welt in  grossem Mass die Droge Demerol verantwortlich  zu machen ist, die eine völlige  Verzerrung der Realität bewirkte. Inwiefern  Rebecca und Elaine während ihrer  Drogenabhängigkeit vielleicht sogar dämonische  Eingebungen empfingen, kann  nicht beurteilt werden. Sicher ist hingegen,  dass sie unter Drogeneinfluss keine  göttlichen Weisungen empfangen bzw.  nicht Gottes Willen tun konnten.

Es verstärkt sich immer mehr der Eindruck,  dass die Berichte auf Wahnvorstellungen  von Rebecca und Elaine beruhen  müssen. Die beiden haben eine christliche  Prägung und wurden genährt durch Literatur  über Okkultismus. Dafür spricht  eine erdrückende Beweislast: mündliche  Aussagen von Polizei, Rechtsanwälten, Gerichten, Ärzten, Arbeitskollegen, Familienmitgliedern,  Klassenkameraden, Bekannten,  Nachbarn und Behörden und  viele schriftliche Dokumente belegen das.

Wer die Berichte von Rebecca und Elaine  für glaubwürdig hält und die hier aufgeführten  Untersuchungsergebnisse anzweifelt,  muss den Gegenbeweis antreten: Er  muss zeigen, dass Rebecca Browns Vergangenheit  anders aussieht, muss Zeugen  oder Dokumente finden, die das bestätigen,  was Rebecca und Elaine berichten.  Das gelingt jedoch nicht einmal ihrem  Verleger Jack Chick.

Verleger Jack Chick verteidigt  Rebecca und Elaine

Jack Chick, Verleger der Berichte von  Rebecca und Elaine, reagierte auf die veröffentlichten  Untersuchungsergebnisse  der «Personal Freedom Outreach» (PFO)  mit einem 2seitigen Brief. Chick erklärt,  dass er die erwähnten Dokumente kenne  und weist darauf hin, dass eine Blutprobe  ergeben habe, dass Rebecca nicht unter  Drogen irgend einer Art gestanden habe.  Das trifft zwar zu, besagt aber lediglich,  dass Rebecca Brown vor der Blutprobe  mindestens zwei Tage lang keine Drogen  zu sich genommen hatte. Die vielen Zeugen  und die von Dr. Bailey ausgestellten  Rezepte für Demerol bestätigen hingegen  eine längerfristige Drogeneinnahme.

Chick dagegen hält viele der Rezepte, die  Dr. Bailey für Demerol ausgestellt hat, für  Fälschungen, kann das aber nicht belegen.  Dr. Bailey hatte mehr als 100 Rezepte  ausgestellt, oft sogar im Beisein der Apotheker,  was diese in eidesstattlichen Erklärungen  versicherten.

Chick erklärt weiter, die Untersuchungsergebnisse  beruhten auf bezahlten Aussagen.  Fotografien oder klare Beweise gebe  es keine. Dem gegenüber hat «Personal  Freedom Outreach» hunderte von Seiten  behördlicher Dokumente durchkämmt,  mit Zeugen, Verwandten, Kollegen, Polizisten  und anderen gesprochen. Alle diese  Aussagen widersprechen sich nicht. Chick  führt jedoch weder einen Zeugen noch  schriftliche Belege an, um die Aussagen  von Rebecca und Elaine zu bestätigen  oder die amtlichen Untersuchungsergebnisse  zu widerlegen.

Wenn Chick zudem noch behauptet, der  Artikel von «Personal Freedom Outreach»  enthalte die Aussagen:

– Hexentum und Satanismus hätten «in  keiner Weise» etwas miteinander zu tun,  – Rebecca und Elaine seien Hexen  – und Rebecca habe keinen medizinischen  Abschluss,  dann sind diese Behauptungen völlig  falsch, denn derartige Aussagen finden  sich in dem betreffenden Artikel gar  nicht.10

Chick weist schliesslich noch darauf hin,  dass er das «Glaubensleben» von Rebecca  seit vier Jahren kenne und ihre Früchte  sehen würde (so seien durch sie Leute  vom Satanismus befreit worden). Er hält  daran fest, dass die Bücher von Rebecca  biblisch gesunde Lehre enthielten. Doch  selbst wenn durch Rebecca Menschen  zum Glauben kamen, ist das kein Beleg  für die Wahrheit ihrer Berichte!

Im folgenden soll untersucht werden, ob  die Lehren von Rebecca und Elaine biblisch  haltbar sind.

«Prüfet alles...!»

Viele Christen, die mit den Berichten von  Rebecca und Elaine in Berührung kamen,  hatten den Eindruck, dass hier etwas nicht  stimme – auch in Unkenntnis der obigen  Hintergrundinformationen: Sei es, dass  sie die Berichte der beiden für übertrieben  hielten oder manche Inhalte nicht als biblisch  fundiert betrachteten.

Gott fordert uns in seinem Wort auf, jede  Lehrmeinung dahingehend zu prüfen, ob  sie mit den Aussagen der Heiligen Schrift  übereinstimme (1.Thess 5,21-22; Gal 1,8;  Apg 17,11; 1.Joh 4,1). Auch Rebecca und  Elaine fordern mehrmals dazu auf. (11) Um  diese Prüfung soll es nun gehen. Wie glaubwürdig sind die Berichte von Rebecca  und Elaine? Stimmen sie mit der  Wahrheit der gesunden biblischen Lehre  überein?

Gleich am Anfang wird der Leser des Buches  verunsichert: Satan wolle nicht, dass  er dieses Buch lese und würde alles mögliche  tun, um dies zu verhindern (S. 7).  Wenn ein Leser also an manchen Inhalten  des Buches Zweifel hegt oder das Buch  weglegen will, wird dies als satanischer  Einfluss gebrandmarkt und somit jeder  kritische Gedanke von vornherein unterbunden.

Warum machen Rebecca und Elaine nie  genaue Angaben, anhand derer man ihre  Berichte überprüfen könnte? Rebecca  Brown schreibt nicht, in welcher Stadt  und in welchem Krankenhaus sie gearbeitet  hat, statt dessen liest man von «der okkulten  Gemeinschaft nahe der Stadt», von  der «nahegelegenen Gemeinde» oder davon,  dass Elaine in einer kleinen Stadt im  «mittleren Westen» der USA (S. 32) lebte.  So ist man darauf angewiesen, alles zu  glauben, was Rebecca und Elaine berichten,  ohne das geringste nachprüfen zu  können.

Auch in anderer Hinsicht wird eine Nachprüfung  der Fakten erschwert: Der Satanskult  «Die Bruderschaft» ist «äusserst  geheim» (S. 32); sogar viele Satanisten  wissen nichts von ihm, obwohl sie von  ihm gesteuert werden (S. 54); die Leichen  der geopferten Menschen werden zerkleinert  oder verbrannt, so dass keine Spuren  übrigbleiben (S. 72); als Rebecca von Satan  misshandelt wird, bleiben keine Wunden  und damit kein Beweis zurück, den  sie «möglicherweise später gegen ihn hätte  verwenden können» (S. 77); darüber  hinaus sind viele Polizisten und Regierungsbeamte  Mitglieder der «Bruderschaft », so dass von ihnen keine Aufklärung  oder Hilfe zu erwarten ist (S. 33,  92). Somit wird der Eindruck vermittelt:  Auch wenn die Angaben von Rebecca  und Elaine nicht nachprüfbar seien, dann  bedeute das noch nicht, dass ihre Berichte  nicht wahr seien – sondern eher, dass die  beiden die Wahrheit sagten. Hier wird  blinder Glaube gefordert – was manchen  Leser zu Recht fragen lässt, ob man ihm  auf diese Weise nicht alles mögliche auftischen  könne.

Was hindert Rebecca und Elaine daran,  Städtenamen und andere nachprüfbare  Fakten zu nennen? Wenn ihre Berichte  der Wahrheit entsprächen, so würde das durch genaue Angaben nur bestätigt  werden. Wer jedoch die wahre Vergangenheit  von Rebecca und Elaine kennt,  wird verstehen, warum sie keine näheren  und nachprüfbaren Angaben gemacht haben.

Alles Verleumdung?

Jack Chick, Verleger der Bücher und  Kassetten von Rebecca und Elaine, sagt  auf der Kassette «Closet Witches 2»:

«Ich denke, die Zuhörer sollten genau  achtgeben, wer in christlichen Kreisen  Rebecca und Elaine angreift, um ihre  Glaubwürdigkeit und die der Botschaft  auf dieser Kassette zu zerstören. Es ist  mehr als wahrscheinlich, dass die Angreifer  sich als Satanisten oder Hexen herausstellen  könnten, die vorgeben, gläubige  Christen zu sein, und es wird sehr,  sehr interessant sein, achtzugeben.»

Hier werden Christen, die ernsthaft nach  der Wahrheit suchen und die Berichte von  Rebecca und Elaine anzweifeln, als Satanisten  oder Hexer verdächtigt!

Ein noch härterer Ton wird von einer gewissen  «Liga für kirchliche Aufklärung»  (Thun) angeschlagen. In einem Flugblatt  antwortet diese «Liga» auf eine kritische  Veröffentlichung über Rebecca und Elaine: 12 «In ihren ‹Gemeinde›-Nachrichten  füttern sie ihre Mitglieder mit gemeinsten  Verleumdungen aus der Lügenküche Sa- tans ... Wie kann man sich solch teuflisches  Verhalten von ‹verantwortlichen›  Christen erklären? Die Erlebnisse der beiden  als Ausdruck einer kranken, drogenabhängigen  Phantasie hinzustellen, ist  Sünde gegen den Heiligen Geist» (Hervorheb.  im Original). Den betreffenden  Christen wird vorgeworfen, sie seien  «vom humanistisch-freimaurerisch-vatikanischen  Geist umnebelt, unterwandert  bzw. neutralisiert». Dieser polemische Stil  ist kaum verständlich – zumal die «Liga»  keine Argumente gegen die Kritik an Rebecca  und Elaine vorbringt.

Zu einer anderen Einschätzung der Lage  kommt Norbert Homuth, ein notorischer  Kritiker in der evangelikalen Welt. Er  versucht, sowohl die Inhalte von Rebeccas  Buch als auch die Kritik an Rebecca  und Elaine anzuerkennen, und schreibt in  seinen «Glaubensnachrichten» (3-4/1991): «Die Hauptaussagen in Rebeccas  Buch sind also sachlich richtig, aber  schau nicht ihren Lebenswandel an! Der ist das krasse Gegenteil ihrer Botschaft.  Meine bisherigen Ermittlungen ergaben... » Danach gibt er einige Inhalte des  oben dargestellten PFO-Artikels wieder.  Weiter schreibt er: «Es ist eine immer  wieder mit Erfolg angewandte Kriegslist Satans, dass er die tiefsten Wahrheiten durch den verwerflichen Lebenswandel  ihrer Vertreter völlig unglaubwürdig  macht und in Verruf bringt...» Ist es wirklich  nur der Lebenswandel von Rebecca  und Elaine, der zu kritisieren ist? Sind die  Hauptaussagen ihrer Veröffentlichungen  wirklich «sachlich richtig»? Das soll im  folgenden untersucht werden.

Kaum zu glauben – aber wahr?

Einem aufmerksamen Leser des Buches  «Er kam, um die Gefangenen zu befreien»  wird manches auffallen, was an sich  schon unglaubwürdig ist, ohne dass er  sich näher mit Satanismus und Hexentum  beschäftigt hat. Einige Beispiele:

– Wie kann Rebecca eine Zeitlang 120  Stunden pro Woche gearbeitet haben (bei  sechs Arbeitstagen wären das 20 Stunden  am Tag, bei sieben Arbeitstagen immerhin  noch 17 Stunden)? Oder etwa acht Wochen  lang nicht mehr als ein bis zwei  Stunden geschlafen haben («und das auch  nur mit Unterbrechungen»; S. 104)? Das  wäre rein körperlich kaum möglich!  – Elaine soll durch Misshandlungen gezwungen  worden sein, der «Bruderschaft»  beizutreten (S. 36f). Was sollte eine Geheimorganisation  davon haben, auf diese  Weise Mitglieder zu bekommen, die später  zu Verrätern werden könnten?  – Es ist kaum glaubwürdig, dass Elaine  sich als Hohepriesterin «einfach weigerte,  viele Dinge zu tun oder dabei mitzuwirken » (S. 53), insbesondere Christen zu töten  (S. 57) oder an Menschenopfern teilzunehmen  (S. 50, 64, 69). Das passt nicht  in das Bild einer Hohepriesterin der Satanskirche,  wie sie in dem Buch beschrieben  wird. Ihr Widerstreben würde dort  kaum unentdeckt geblieben sein, doch  dann ist ihre hohe Stellung nicht mehr zu  erklären. Offenbar soll Elaine als jemand  beschrieben werden, der eben noch nicht  ganz verdorben ist – wodurch eine spätere  Bekehrung wahrscheinlicher gemacht  wird.  – Wenn bei der Schilerung eines Menschenopfers  beschrieben wird, dass die  Dornen der Dornenkrone so tief eindrangen,  «dass sie den Schädel durchstachen»  (S. 74), dann müssten diese «Dornen»  schon aus Metall gewesen sein!  Wer «Enthüllungen» von solchem Ausmass  wiedergibt, muss Indizien dafür lie- fern, dass er vertrauenswürdig ist. Rebecca  und Elaine unterlassen dies nicht nur,  sondern untergraben selbst durch manche  Einzelheiten ihre Glaubwürdigkeit.

Werwölfe, Vampire und  Zombies

Was man sonst nur aus Gruselromanen  kennt, wird von Rebecca und Elaine als  Wahrheit beschrieben. So berichtet Elaine:  «Es gibt Werwölfe, Zombies, Vampire  und andere Wertiere. Ich habe viele von  ihnen gesehen» (S. 66). Werwölfe sind

«Menschen, die von ganz bestimmten  mächtigen Dämonen besessen sind, welche  fähig sind, die notwendigen körperlichen  Veränderungen im menschlichen  Körper zustandezubringen. ... Sie sind  Einzelgänger, hundertprozentig an Satan  verkauft. Ich befürchte, dass ihre Zahl  während der Trübsalszeit sehr stark zunehmen  und Satan sie offen zur Züchtigung  einsetzen wird» (S. 67). Eine wahrlich  gruselige, jedoch unbiblische Vorstellung!

Rebecca, die angeblich selbst einmal einem  Werwolf begegnet ist (S. 218), versucht  sogar, die Existenz von Werwölfen  biblisch zu rechtfertigen (S. 216): So sei- en die in 3. Mose 26,6 erwähnten «bösen  Tiere» in Wirklichkeit Werwölfe,13 oder 2.  Petrus 2,10-12 soll belegen, dass sich  Menschen «in wilde Tiere verwandeln»  können.14 Und wenn Rebecca die Existenz  von Vampiren mit Psalm 57,5 zu belegen  sucht («ihre Zähne sind Spiesse und Pfeile ») oder an die Existenz von Wechselbalg,  Alp und Doppelgänger glaubt (S.  221 f), dann braucht man darauf nicht  noch näher einzugehen.

Was Rebecca und Elaine über Werwölfe  und andere Fabelwesen berichten, haben  sie nicht aus der Bibel. Statt dessen beziehen  sie sich auf «alte christliche Schriften  aus dem finsteren Mittelalter» (S. 67). Mit  anderen Worten: Rebecca und Elaine  schöpfen aus finsterstem Aberglauben.  Nun ist es wohl möglich, dass es Menschen  gibt, die durch magische oder hypnotische  Fähigkeiten anderen vorgaukeln,  ein Tier zu sehen – aber auszuschliessen  ist, dass Dämonen den Körper von Menschen  in tierähnliche Wesen verwandeln  können. Durch dämonische Besessenheit  können Menschen verwahrlosen, sich wie  Tiere benehmen oder auch übermenschliche  Kräfte bekommen (Luk 8, 26ff) –  aber nicht körperlich verwandelt werden.  Dafür gibt es weder verlässliche Berichte  noch entsprechende Bibelstellen.

Die Wahrheit über Hexen und  Satanisten?

Elaine berichtet an einigen Stellen über  ihre magischen Fähigkeiten als Hexe und  Satanistin: Sie hat okkulte Kräfte (S. 29),  holt Dämonen körperlich herbei (S. 44) kann eine Kerze durch Magie anzünden (S. 55), durch Fingerschnalzen eine Katze  in ein Kaninchen verwandeln (S. 56) und  anderes mehr. Gewiss ist dem Teufel und  seinen Dämonen einiges zuzutrauen –  doch vieles, was Elaine von sich berichtet,  ist eher dem Bereich der Wahnvorstellungen  zuzurechnen.  Natürlich versuchen Hexen und Satanisten,  okkulte Kräfte zu entwickeln, aber  warum sollten sie eine Katze in ein Kaninchen  verwandeln? Natürlich versuchen  sie, durch Beschwörungen Geister herbeizurufen  und für ihre Zwecke zu gebrauchen  – aber diese erscheinen nicht körperlich  und mit Schwefelgestank, wie Elaine  berichtet (S. 39, 44). Diese landläufigen  Vorstellungen von Hexen und ihrem Treiben  haben wenig mit der Realität zu tun;  offenbar wird hier Magie mit Jahrmarktszauber  verwechselt.

Wie wenig sich Rebecca und Elaine im  heutigen Okkultismus auskennen, wird an  manchen Stellen deutlich. Nicht nur, dass  sie die Termine der grossen Hexensabbate  falsch angeben15 – überhaupt werden Hexentum  und Satanismus von Rebecca und  Elaine ständig gleichgesetzt. Aber die  allermeisten heutigen Hexen beten nicht  bewusst den Teufel an, ja sie glauben  nicht einmal an seine Existenz, und es  gibt nur einige Satanisten, die sich selbst  auch «Hexen» nennen. Als Christen wissen  wir zwar, dass hinter den Geistwesen,  die die Hexen anbeten, letztlich Satan  steht, doch das glauben und wissen die  Hexen eben nicht. Die Hexen von heute  verstehen sich als neues Heidentum,  knüpfen an vorchristliche Vorstellungen  an und verehren die «grosse Göttin», eine  Fruchtbarkeitsgöttin. Sie glauben an magische  Energien und Geistwesen, die sie  für ihre Zwecke einsetzen können, und  sind feministisch orientiert. Sie praktizieren  Fruchtbarkeitsriten in freier Natur,  verwenden Heilkräuter und -salben und  versammeln sich in kleinen Hexenzirkeln  (Coven). Doch von alledem liest man in den Berichten von Rebecca und Elaine  nichts. 16

Der moderne Satanismus ist (noch viel  mehr als das Hexentum) eine bewusst antichristliche  und neuheidnische Religion,  eine Protestbewegung gegen christliche  Überzeugungen und Normen. Satan wird  als Befreier der Menschen verehrt, als die  böse Kraft, die scheinbar die Welt regiert.  In perversen Ritualen verhöhnt man  christliche Lehren, opfert Tiere (oder  auch Menschen), sucht den Kontakt zu Geistwesen und will magische Kräfte entwickeln.  Der Mensch wird selbst zum  Gott, die Befriedigung jeder Begierde  wird zum höchsten Ziel. Satanisten glauben  nicht, dass es den Gott der Bibel tatsächlich  gibt, und Jesus spielt in ihrem  Denken praktisch keine Rolle – weder als  Feind, noch als Gottes Sohn.

Wenn Elaine schildert, Satanisten hätten  erklärt, «dass ihr grosser und herrlicher  Vater Satan schon wieder einen grossen  Sieg über den Feind Jesus Christus errungen  hätte» (S. 75), und dass sie glaubte,  dass Satan sie liebt (S. 44, 49), dann beschreibt  sie damit nicht den Satanismus,  wie er wirklich existiert: Kein Satanist  glaubt an Satan als seinen Vater oder dass  Satan ihn liebe. Liebe ist für Satanisten  überhaupt ein zu verachtendes Gefühl.

Statt dessen beschreibt Elaine wirklich  unglaubliche Dinge, wie z.B. dass Satan  ihr des öfteren als schöner junger Mann  erscheint, dass er sie heiratet und Geschlechtsverkehr  mit ihr hat und dass er  einen Privatjet und eine Luxusvilla in Kalifornien  besitzt.

Wo finden wir in der Bibel, dass Satan in  der Gestalt eines schönen jungen Mannes  erscheint und versucht, Frauen zu heiraten  und mit ihnen zu schlafen? Satan hat das  nicht nötig. Er hat andere Methoden,  Menschen unter seine Gewalt zu bringen!  Wird Satan hier nicht viel zu menschlich  beschrieben und letztlich dadurch verharmlost?  Das, was Elaine berichtet, ist  eine Mischung aus Phantasie, Aberglauben,  verzerrten biblischen Inhalten und  (nur wenigen) Tatsachen.

Wo steht das in der Bibel?

Die oben erwähnte «biblische» Begründung  von Werwölfen ist nur ein Beispiel  dafür, wie Bibelverse von Rebecca Brown  oft völlig verdreht werden. Im folgenden  sollen noch einige weitere Punkte dargestellt  werden, die der biblischen Lehre  widersprechen oder zumindest über diese  hinausgehen.

1. Ist Satans Reich uneins?  «Satans ganzes Reich beruht auf dem  Prinzip der Konkurrenz», behauptet Elaine  (S. 48). Sie beschreibt auch häufiger,  wie Dämonen gegeneinander kämpfen,  gezüchtigt und gefoltert werden (S. 65).  Diese Aussagen stehen im deutlichen  Gegensatz zur Aussage Jesu, dass Satans  Reich nicht bestehen könnte, wenn es uneins  wäre (Mt. 12,25f). Es wird auch an  keiner Stelle der Bibel berichtet, dass  Satans Dämonen gegeneinander kämpfen.  (Wenn es so aussieht, dann handelt es  sich mit Sicherheit um ein teuflisches  «Täuschungsmanöver»).

2. Spricht Gott immer so  konkret mit uns?  Im ganzen Buch wird der Eindruck vermittelt,  dass jeder Christ, der hingegeben  lebt, ständig Gottes Stimme vernehmen  kann, und durch sie Hilfe, Beantwortung  seiner Fragen und konkrete Führung erhält.  Rebecca schreibt: «Du musst lernen,  den Herrn in deinem Geist reden zu hören » (S. 197). Bei Rebecca und Elaine  haben diese Stimmen, Erklärungen, Erleuchtungen,  Visionen usw. einen hohen  Stellenwert und werden zu wenig am  Wort Gottes selbst geprüft. Die Unterscheidung  zwischen göttlichen, menschlichen  und sogar dämonischen Eingebungen  ist hier praktisch nicht mehr möglich,  auch wenn Rebecca das fordert (S. 198).  Wer das Buch von Rebecca Brown liest,  bekommt den Eindruck, dass er Gott auch  ständig auf diese Weise vernehmen müsste,  wenn er wirklich hingebungsvoll Gott  dient – oder dass er eben nicht genügend  Hingabe zeigt, wenn er Gottes Stimme  nicht vernimmt. Dies kann gefährliche  Folgen haben.

3. Wo steht das in der Bibel?  Viele Inhalte des Buches «Er kam, um die  Gefangenen zu befreien» sind nicht biblisch  zu begründen. Oder wo steht in der  Bibel:

– dass das Blut eines Menschen verwendet  werden kann, um ihn ohne sein  Wissen dämonisch besessen zu machen  (S. 27)?  – dass Babys schon vor der Geburt besessen  sein können (S. 67)?  – dass jeder Mensch einen Geistkörper  (oder Astralleib) hat, der sich vom Körper  entfernen kann, und dass dieser Geistkörper  von Dämonen gebraucht werden  kann, selbst wenn man Christ geworden  ist (S. 118)?  – dass Satan den Geistkörper eines Menschen,  der einen anderen hasst, benutzt,  um diesem reellen Schaden zuzufügen (S.  171)?  – dass die in Eph 6,12ff beschriebene  «geistliche Waffenrüstung» nicht nur ein  Gleichnis, sondern eine «echte» Waffen  rüstung ist, die an den Geistkörper angelegt  wird (S. 123,177), der damit in der  spirituellen Welt gegen Dämonen kämpft  (S. 174)?  – dass man nach einem längeren Fürbittegebet  müde ist, weil der Geistkörper  währenddessen gegen Dämonen gekämpft  hat (S. 174)?  – dass der Mensch in viele Bereiche zu  unterteilen ist, die jeweils von mindestens  einem Dämon beherrscht werden können  (S. 130)?  – dass jemand, der vergewaltigt oder als  Kind sexuell missbraucht wurde, dadurch  besessen wurde (S. 135f, 249)?  – dass man bei einem Menschen, der sich  nicht bekehren will, die Dämonen direkt ansprechen soll, von denen er beherrscht  wird (S. 146f)?

– dass Gott will, dass wir viel Fleisch  essen, weil wir sonst zu schwach für den  geistlichen Kampf werden (S. 179f)?  – dass man Räume vor Dämonen schützen  kann, wenn man die Türen und Fenstermit Öl salbt (S. 132, 214)?  – dass man sich selbst mit Öl salben  lassen soll, wenn man von einem fremden  Geist geplagt wird (S. 214)?  – dass man Gegenstände von Dämonen  befreien kann, wenn man sie mit Öl salbt  (S. 269)?  – dass nicht jede, aber ein Grossteil der  Krankheiten dämonischen Ursprungs sind  (S. 238)?  – dass man für jemanden «in den Riss treten » kann und damit dessen durch Dämonen  verursachten Angriffe und Krankheiten  auf sich nehmen kann (S. 173, 254)?  Die Liste liesse sich beliebig erweitern,  doch auch so wird deutlich genug: Vieles  von dem, was Rebecca Brown schreibt,  lässt sich nicht mit Gottes Wort vereinbaren.  Vom biblischen Standpunkt her absolut  fragwürdig ist auch manches, was Rebecca  und Elaine über den Umgang mit  dämonisch belasteten und besessenen  Menschen sagen.

Rebecca, Elaine und die  geheime Weltverschwörung [Anmerkung: Die gibt es wirklich, da sieht der Autor zu kurz, bzw. diskreditiert man die Weltverschwörung auch wieder bewußt mit solchen Rebeccas und Ko.]

Elaine spricht davon, dass sie als «Braut  Satans» in Kalifornien mit «amerikanischen  Regierungsmitgliedern» und «ausländischen  Würdenträgern» zusammengetroffen  sei. Sie sei sogar im Vatikan gewesen,  wo sie sich mit dem Papst getroffen  habe: «Der Papst wusste sehr wohl,  wer ich war. Wir arbeiteten eng mit Katholiken  (besonders mit Jesuiten) und mit  hochrangigen Freimaurern zusammen» (S.  63). Elaine knüpft damit an altbekannte  Weltverschwörungs-Theorien an. Je nach  politischem und religiösem Standort hat  man Juden, Freimaurer, Illuminaten, Jesuiten,  Insider, Sozialisten oder neuerdings  auch «New Ager» verdächtigt, hinter den  Kulissen der öffentlichen Politik eine geheime  Verschwörung mit dem Ziel der  Weltherrschaft zu betreiben. Die «Protokolle  der Weisen von Zion», die häufig  als Beleg einer Weltverschwörung angeführt  werden, sind längst als Fälschung  entlarvt. (17) [Anmerkung: Ist, so ganz nicht richtig, falsch in dem Hinblick, daß es eine jüdische Verschwörung gäbe. Die Frage ist bei den Protokollen: Wer ist der Urheber.]

S. 22ff; Friedrich T. Külling, Verführer im frommen Gewand, in: Fundamentum 1/1986, S. 67ff  her behandelt werden kann, verweise ich  auf weiterführende Literatur. (18)

Jack Chick, der Verleger der Bücher und  Kassetten von Rebecca Brown und Elaine,  ist für ähnliche «Enthüllungen» bekannt:  Er förderte John Todd, der sich als  ehemaliger Freimaurer und «Illuminat»  ausgab und deren okkulten Machenschaften  und Verschwörungsziele «aufdeckte».  Ausserdem veröffentlichte er in Comic- Form die Geschichte von Alberto Rivera,  einem angeblichen Ex-Jesuiten, der die  Jesuiten als Drahtzieher hinter den Kulissen  der Weltpolitik beschrieb. Sowohl  John Todd19 als auch Alberto Rivera20  wurden inzwischen widerlegt – wenn  auch Jack Chick das noch immer nicht  zugeben will.21 Scheinbar ist Chick nach  Todd und Rivera nun einer weiteren Täuschung  zum Opfer gefallen... [ANMERKUNG: Ich denke hier irrrt der Autor wiederum. Nur weil es nicht in seine heile Weltsicht paßt, müssen alle Verschwörungen unrichtig sein ]

Beurteilung

Was viele Zeugen und Dokumente über  die wahre Vergangenheit von Rebecca  Brown (Ruth Bailey) und Elaine Moses /  Knost berichten, wird durch die Inhalte  ihrer Veröffentlichungen nicht in Frage  gestellt, sondern nur bestätigt: Rebecca  und Elaine sind nicht vertrauenswürdig,  und ihre Lehre widerspricht oft der biblischen  Lehre. Dass Rebecca und Elaine  falsche Behauptungen über ihre Vergangenheit  aufstellen, ist dabei ein weit geringeres  Übel als die Tatsache, dass viele  Christen durch ihre Veröffentlichungen in  eine falsche Richtung beeinflusst werden.

So wird eine Angst vor Dämonen geschürt,  die biblisch nicht vertretbar ist.  Anstatt darauf zu vertrauen, unter Gottes  Schutz zu stehen, weil Jesus die Mächte  des Teufels ein für allemal überwunden  hat, müssen Christen nach der Lektüre des  Buches befürchten, nicht genügend auf  dämonische Angriffe vorbereitet zu sein  und auf irgendeine Weise doch noch dämonisch  besessen zu werden. Das kann zu  einem ungesunden «Heiligungs-Perfektionismus » oder gar zu krankhaften Angstzuständen  führen. Gewiss dürfen wir als (vgl. auch Fundamentum 2/86 und 4/86).

S. 36ff; Christianity Today, 2. Febr. 1979, S.  38ff; Michael Weyer-Menkhoff, Angst vor der  Endzeit? Manuskript des Evangeliumsrundfunks  vom 17.3.1985; vgl. die erweiterte idea-Dokumentation  Nr. 8/85.  20  Viele Aussagen von Alberto Rivera haben sich inzwischen  als falsch erwiesen; vgl. eine Zusammenfassung  im «New Age Bulletin» (May 1991)  von Roy Livesey (England), dessen ausführliche  Widerlegung von Alberto Rivera dem nächst als  Buch veröffentlicht wird.

Christen die Macht des Teufels nicht unterschätzen  – aber wir dürfen auch nicht  ins andere Extrem verfallen und in ständiger  Angst vor dem Teufel leben.

Aufgrund der Berichte und Lehren von  Rebecca Brown bekommen viele Christen  eine falsche Sicht darüber, was die Bibel  über den Teufel und seine Dämonen lehrt,  über die Befreiung von okkulten Mächten  und darüber, wie wir den geistlichen  Kampf führen sollen, zu dem jeder Christ  aufgerufen ist. Biblische Lehre wird in  Rebecca Browns Veröffentlichungen mit  abergläubischen Vorstellungen vermischt  – oder wie sonst sollte man die Aussagebeurteilen, dass man sich mit Öl vor den  Angriffen von Dämonen schützen könne?

Da die Berichte von Rebecca und Elaine  auch Leute erreichen, die dem christlichen  Glauben fernstehen, wird damit  nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit von  Gottes Wort und von wiedergeborenen  Christen in Frage gestellt. Es gilt die  Mahnung des Hebräerbriefs: «Lasst euch  nicht durch mancherlei und fremde Lehren  umtreiben, denn es ist ein köstlich  Ding, dass das Herz fest werde, welches  geschieht durch Gnade» (Hebr. 13,9).

Quellenangaben:

1  Vertrieb Christlicher Literatur, Postfach 12, D8070  Ingolstadt 2, 2. Auflage 1989, Pb., 277 S.

2  Die Berichte von Rebecca und Elaine wurden ab  1986 in den englischen Büchern «He Came To  Set The Captives Free» (deutsch: «Er kam, um  die Gefangenen zu befreien», 1988) und «Prepare  For War» (deutsch: «Rüste dich zum Kampf»,  1989), sowie auf zwei Kassetten («Closet Witches » [«Hexenkabinett»] Nr. 1 und 2) bei Chick  Publications, USA veröffentlicht.

3  Z.B. die Stellungnahme des Autors und Pfarrers  Maurice Ray.

4  Der Artikel «Drugs, Demons & Delusion – The  ‘Amazing’ Saga of Rebecca and Elaine» von G.  Richard Fisher, Paul R. Blizard und M. Kurt Goedelman  ist erschienen in: The Quarterly Journal,  Vol. 9, No. 4, Oct.-Dec. 1989, der Zeitschrift des  «Personal Freedom Outreach», P.O. Box 26062,  Saint Louis, Missouri 63136, U.S.A. (Ein Nachdruck  des Artikels erschien in «Take a Closer  Look», March 1990)

5  Die Namensänderung wurde am 11.2.1986 beim  «Superior Court of California, County of San Bernardino » beantragt und von diesem am 25.4.1986  bestätigt.

6  Da Rebecca Browns Bücher jedoch erst 1986 und  1987 veröffentlicht wurden, ist diese Begründung  recht unwahrscheinlich. Ruth Bailey wird ihren  Namen auch kaum aus Furcht vor Verfolgung  durch den Satanskult «Die Bruderschaft» geändert  haben: Eine angeblich so mächtige Vereinigung  würde dies bestimmt nicht behindern, zudem  wurde die Namensänderung in der Zeitung  bekanntgegeben.

7  Auf der Cassette «Closet Witches 1» gibt sie statt  sieben zehn Jahre an.

8  Indianapolis News, 21.9.1984, S. 5.

9  Z.B. schreibt Rebecca in «Er kam ...», die Krankenhausverwaltung  habe veranlasst, «alle Gideonbibeln  aus den Krankenzimmern zu entfernen» (S.  12). Ein Sprecher des Krankenhauses verneinte  dies, und ein Besuch im Krankenhaus zeigt, dass  Bibeln sehr wohl ausliegen.

10  In der Folgenummer des PFO-Magazins wird der Brief von Jack Chick zusammen mit einer Antwort veröffentlicht.

11  Rebecca schreibt: «Du musst in der Tat erkennen,  dass du als Einzelner Verantwortung vor dem  Herrn hast, alles sorgfältig zu prüfen, was dir irgend  jemand erzählt, um herauszufinden, ob es  mit der Schrift übereinstimmt. Das schliesst dieses  Buch mit ein, genauso wie auch alles, was  dein Pastor sagt.» (S. 194) und Elaine erklärt:  «Jede Lehre, die nicht mit Gottes Wort übereinstimmt,  muss abgelehnt werden, egal wer sie  bringt. Aber die Ablehnung muss in Liebe erfolgen,  sanft, aber entschieden.» (225) (Hervorhebungen  im Original)

12  Der kritische Artikel zu Rebecca und Elaine wurde  von P. Wenk und M. Schicker verfasst und erschien  in: Gemeinde-Nachrichten; Gemeinde für  Urchristentum (Beilage zu Wort und Geist), Nov.  1990

13  Rebecca macht in 3.Mose 26,6 und 22 einen Unterschied  zwischen den «bösen Tieren» (u.a. Werwölfe),  die Gott aus dem Land austilgt, und den  «wilden Tieren», die er sendet. Dabei übersieht  sie den Zusammenhang der Verse (es geht um Segen  und Fluch), und dass es zwischen «bösen»  und «wilden» Tieren keinen Unterschied gibt.  Das zeigt auch der Parallelvers Ez 5,17, wo es  heisst, dass Gott «böse Tiere» senden werde (dasselbe  hebräische Wort, das in 3.Mose 26,22 mit  «wilde Tiere» übersetzt wird.)

14  Rebecca schreibt: «Diese Stelle zeigt, wie verdorben  die Menschen sind und sich in wilde Tiere  verwandeln, da sie keine Achtung vor Dämonen  haben, mit ihnen verkehren und sie anbeten.» (S.  217) 2.Petr 2,10-12 besagt jedoch nur: «sie sind  wie unvernünftige Tiere» – und nicht, dass sie  sich in Tiere verwandeln.

15  Die grossen Hexensabbate sind nicht, wie Elaine  meint, zu «Weihnachten, Ostern, Halloween, Erntedankfest  und so nahe wie möglich am Frühlings-,  Sommer-, Herbst-und Winteranfang» (S.  70), sondern am 1. Februar, in der Nacht zum 1.  Mai (Walpurgisnacht), dem 1. August und dem 1.  November.

16  Zur weiteren Beschäftigung mit dem modernen Hexentum vgl. J. Kuberski, Die Hexen sind zu rückgekehrt, factum 10/90, S. 408ff.

17  Vgl. Benjamin Segel, Die Protokolle der Weisen  von Zion (im folgenden: PdWvZ), Berlin 1924;  Norman Cohn, Die PdWvZ., Köln-Berlin 1969;  Armin Pfahl-Traughber, Die «PdWvZ.» – Der  Nachweis der Fälschung und die tatsächliche Entstehungsgeschichte;  in: JUDAICA 3/90, 46. Jg.,

18  Vgl. dazu Rogalla von Bieberstein, Die These  von der Verschwörung 1776-1945. Philosophen,  Freimaurer, Juden, Liberale und Sozialisten als  Verschwörer gegen die Sozialordnung, Bern  1978/2

19  Über John Todd erschienen einige aufklärende  Artikel, z.B. in Cornerstone Nr. 48, Vol. 8,1979;

[ANMERKUNG: Genau, das Cornerstone Magazin als Quelle. Das verkommene Jesus Freak Magazin der verkommenen Jesus Freak Sekte. Die hat Todd ja auch durch deren Musik kritisiert. Die Quelle ist ja wohl sehr verbrannt.]

21  Offenbar wurde auch Rebecca Brown, die mehrfach  auf Literatur des Chick-Verlags verweist (S.  70, 143), von diesen Publikationen beeinflusst, was manche Übereinstimmungen erklären würde.

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