Lehre: Die Kopfbedeckung der gläubigen Frau - das Haupt des Mannes

Die Kopfbedeckung der gläubigen Frau - das Haupt des Mannes

 

(Bibelstellen nach Jantzen NT, Texte in Klammern [] kommen im griechischen Grundtext nicht vor, wurden aber für ein besseres Verständnis eingefügt)

Es gibt verschiedene christliche Gruppierungen, die ein bestimmtes Stück Stoff auf dem Kopf der Frau als die Bedeckung der Frau sehen. Diese Frage wird oft auch zu einem heilsnotwendigen Rang erhoben bzw. kann man sich vorstellen, daß Frauen größere Probleme bekommen, halten sie sich nicht daran.

Die Frage lautet also: Muß eine gläubige Frau ein Stück Stoff zur Rettung auf dem Kopf tragen und/oder ist dies für Gemeinschaft, Gebet und Weissagung nach der Bibel notwendig - oder geht es hier nicht viel tiefer um einen geistlichen Aspekt ?

Die Absicht dieses Artikels ist es, dieses Thema rein biblisch zu untersuchen und nicht über das hinaus zu sinnen (oder denken), was geschrieben steht (1. Kor 4,6) Ein Gläubiger hat mit dem Wort Gottes und seinem dem heiligen Geist alles, was er braucht, um alle Wahrheit zu finden. (2. Tim 3,16-17; Joh 16,13) Es braucht dazu auch keine Schriften der sogenannten "Kirchenväter" - ein Mangel an Weisheit und heiligem Geist kann man nicht mit Schriften außerhalb der Bibel ausgleichen.

Das einzige Mal in der Bibel, in dem dieses Thema behandelt wird, steht in 1. Korinther 11. Um den Text besser zu verstehen, ist es gut, auch den Kontext zu betrachten:

(V3) Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt einer Frau der Mann, Christi Haupt Gott. (V4) Jeder Mann, der, wenn er betet oder weissagt, [etwas] auf dem Haupt hat, beschämt sein Haupt, (V5) aber jede Frau, die unbedeckten Hauptes betet oder weissagt, beschämt IHR Haupt, denn es ist ein und dasselbe, wie wenn sie kahlgeschoren ist.(V6) denn wenn eine Frau nicht bedeckt ist, schneide sie sich auch [das Haar] ab. Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, sich [das Haar] abzuschneiden oder kahlgeschoren zu werden, bedecke sie sich

In den ganzen Versen bez. Bedeckung geht es überhaupt NICHT um eine "materielle" Bedeckung in Form durch ein Material wie ein Stück Stoff - es wird auch nie ein Stück in der Form eines wie auch immer gearteten Materials erwähnt!

Sollte uns Gott hier derart unwissend lassen, oder sagt er doch etwas ganz anderes, als nur, sich etwas auf den Kopf zu legen ? Im AT wurden viele Anordnungen Gottes, z.B. bezüglich der Vorgehensweise bei Opferungen, ganz genau beschrieben - und nun soll es hier derartige Unklarheiten geben ?

(Es ergeben sich nach menschlicher Denkweise dazu zig Unklarheiten: Gilt es nur in der Gemeinde? Nur für verheiratete Frauen? Wie ist Größe und Art der Bedeckung ? Wenn der Mann unbedeckt sein muß, darf er im Winter mit einer Mütze dann nicht beten ? etc. etc. )

Die eigentliche Bedeckung muß geistlich gesehen werden ! Daß es geistlich gesehen werden muß, macht Vers 15 klar, wo Paulus zeigt, daß die natürlichen Haare der Frau ihr bereits schon eine genügende Umhüllung sind und es hier nichts an Mehr bedarf. Ich bin froh, daß Vers 15 erwähnt ist, so daß man eigentlich dann schon gar nicht auf die Idee käme, die Bedeckung der Frau wäre nun ein (un)bestimmtes Material. Ebenso ist Christus geistlich das Haupt des Mannes und freilich nicht physisch. Der ganze Text zielt auf eine geistliche Betrachtungsweise ab und nicht auf eine materielle !

Die Bedeutung des Textes besteht darin, geistlich das Haupt bedeckt zu haben oder nicht bedeckt zu haben.

Jesus Christus ist das Haupt des Mannes. Dieses Haupt darf nicht bedeckt sein, da Jesus Christus selbst dieses Haupt ist. Der Mann ist nicht mehr sich selbst das Haupt, sondern sein Haupt ist nun Jesus Christus. Der Mann gibt sein Haupt (seine Autorität, Macht, Streben, etc.) an Jesus Christus ab, nicht mehr "seinen Kopf" will der Mann durchsetzen, sondern er unterstellt seinen Willen direkt Jesus Christus.

Es mag ggf. hilfreich sein, das Wort "Haupt" sich als Kopf vorzustellen, also nicht mehr der eigene Kopf zählt, sondern der Mann gibt seinen Kopf an Jesus ab und die Frau hat nicht mehr ihren eigenen Kopf, sondern ihr Kopf ist nun der Mann.

Ebenso unterstellt die Frau ihren Willen dem Mann, da der Mann nun das Haupt der Frau ist - und sie somit durch den Mann bedeckt ist. Die Frau will nicht mehr ihren Kopf durchsetzten, sondern der Kopf des Mannes bestimmt nun, was mit der Frau sein soll. Da auch der Herr Jesus das Haupt des Mannes ist, bestimmt somit Jesus indirekt auch die Frau - durch den Mann.

Hat die Frau ihr Haupt nicht durch den Mann bedeckt, ist das schändlich bzw. eine Schande. Um das deutlich zu machen sagte Paulus, daß das so unwürdig ist, wie wenn einer Frau alle Haare abgeschoren wäre - ein schlimmer Anblick. Paulus veranschaulicht hier in sprachlicher Weise, wie schändlich so etwas wäre. (In dieser bildhaften Sprache steht auch z.B.: Sprüche 11,22: Ein goldener Ring in dem Rüssel einer Sau – so ist eine schöne Frau ohne Sittsamkeit.)

Interessant ist, daß im griechischen Urtext das Wort "Haar" in Vers 6 überhaupt nicht vorkommt. Es ist unklug, und eher traditionalistisch, das Wort "Haar" hier einzufügen. Die englische "Authorized King James Bible" war ehrlicher und hat das Wort "Haar" nicht einfach so hinzugefügt.

Das macht auch im Hinblick auf die geistliche Deutung her viel mehr Sinn.

Ich denke man muß Gottes Wort lieben, wenn es bis ins Detail so genau ist!

Da also der Bezug zu den Haaren in Vers 6 überhaupt nicht existiert wird klar, was gemeint ist: Ist eine Frau nicht durch den Mann bedeckt, so schneide sie sich ab bzw. hat sie sich vom Mann schon abgeschnitten. Abgeschnitten in der Form, eine abgeschnittenen Unterordnung. Das ist wiederum schändlich, wie wenn sie kahlgeschoren wäre, da sie nun keine Bedeckung mehr (durch den Mann hat) hat.

(V7) denn der MANN sollte sich das Haupt nicht bedecken, da er Gottes Ebenbild und Herrlichkeit ist; aber die FRAU ist des Mannes Herrlichkeit;

(V8) denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau vom Manne; (V9) denn der Mann wurde auch nicht wegen der Frau geschaffen, sondern die Frau wegen des Mannes. (V10) Deswegen soll die Frau Vollmacht auf dem Haupt haben - wegen der [himmlischen] Boten.

Da Jesus das Haupt des Mannes ist, darf dieses höchste aller Häupter nicht bedeckt sein. Dieses Haupt ist rein und heilig. (Siehe auch Offb 1,14) Das Haupt Jesu ist zwar der Vater im Himmel selbst (V3), aber da Jesus ohne Sünde ist, da Jesus ebenso Gott ist, muß er sein heiliges Haupt nicht verhüllen. Dies obliegt nur der Frau, da sie nun mal das schwächere Geschlecht ist (1. Petrus 3,7) und zuerst verführt wurde (1. Tim 2,14).

Die Vollmacht/Macht der Frau auf ihrem Haupt ist ihr Mann, der ihr Haupt bedeckt.

Das Wort "Herrlichkeit" (V7) wird oft auch mit "Ehre" übersetzt. Die Frau gibt dem Mann dadurch Ehre, daß sie sich geistlich unterordnet. Wieviele Frauen haben zwar ein Tuch auf dem Kopf, deren Herzen sind aber trotzdem verkehrt und heuchlerisch?! Ein "sakramtales Tuch" wirkt keine Ehre dem Mann gegenüber, da man trotz diesem Tuch falsch sein kann.

Die Bedeckung für die Frau ist ihr Mann

(V13) Urteilt bei euch selbst: Geziemt es sich, dass eine Frau unbedeckt zu Gott betet? (V14) Oder lehrt euch nicht die Natur selbst, dass, wenn ein Mann langes Haar [trägt], es eine Unehre für ihn ist? - (V15) aber wenn eine Frau langes Haar [trägt], es eine Herrlichkeit für sie ist? - weil das lange Haar ihr als eine umhüllende [Bekleidung] gegeben ist. (V16) Wenn aber jemand meint, rechthaberisch zu sein: WIR haben eine solche Gewohnheit nicht, die Gemeinden Gottes auch nicht.

Es geziemt sich eben nicht, daß eine Frau dadurch unbedeckt betet, daß sie nicht ihren Mann als Haupt hat. Hat sie ihr Haupt nicht durch den Mann bedeckt, so handelt sie eigenwillig und beschämt dadurch ihren Mann.

Oft wird auch das Beispiel von Rebekka in 1. Mo 24,65 für das Kopftuch bemüht. Nur ist Rebekka erst ab 1. Mo 24,67 Isaaks Frau und nicht schon in 1. Mo 24,65!

Wenn man nach dem hebräischen Wort: tsaw-eef (Strongs-Nr: H6809) = Schleier im ganzen alten Testament sucht, dann findet man erstaunlicher Weise nur 2 weitere Stellen in 1. Mo 38,14 und 1. Mo 38,19 - die überhaupt nichts mit einem "Schleier-Gebot" zu tun haben. Fakt ist jedenfalls, daß Gott in keinem seinen 613 AT-Gebote ein Gebot für eine Verschleierung der Frau gegeben hat.

Die Bedeckung muß hier geistlich gesehen werden ! Daß es geistlich gesehen werden muß, macht Vers 15 klar, wo Paulus zeigt, daß die natürlichen Haare der Frau ihr bereits schon eine genügende Umhüllung sind und es hier nichts an Mehr bedarf. Ich denke Paulus sagt dies mit den Haaren hier noch einmal deutlich, daß es nicht zu Missverständnissen kommt.

Die Frage ist hier ABER ebenso nach dem Mann: Hat der Mann überhaupt als Haupt den Herrn Jesus ?

Wer diesen Text nur auf ein Stück Stoff reduziert, hat die geistliche Tiefe des Textes nicht verstanden. Es zeugt auch eher von einer irdischen, ungeistlichen und unweisen Gesinnung, daß man dieses Text mit ungeistlichen Augen liest und die geistliche Aussage nicht sieht und dann zu dem falschen Schluß kommt, die Frau müsse etwas materielles auf ihrem Haupt haben.

Da die Bibel sich auch selbst auslegt, ist die Stelle in 1. Petrus 3,7 wichtig:

gleicherweise die Männer: Wohnt der Kenntnis entsprechend mit dem weiblichen Gefäß als dem schwächeren zusammen und erteilt ihm Ehre als die ihr auch Miterben seid der Gnade des Lebens, sodass eure Gebete nicht abgeschnitten werden

Wir haben hier wieder: Frau, Mann, Gebet und abschneiden. Das Wort abschneiden (griech: ekkopto) wird in der Tat an vielen Stellen als abschneiden benutzt. Wenn Schlachter 2000 hier "verhindern" schreibt, ist das eher falsch. Hier illustriert Gottes inspiriertes Wort wiederum, wie schon in 1. Kor 11,6, daß es um ein geistliches Abschneiden geht ! Das griech. Wort in 1. Kor 11,6 (griech: keiro) ist zwar nicht das gleiche wie in 1. Petrus 3,7, trotzdem wird der geistliche Sinn hier noch klarer.

Es scheint, daß wie so oft eher Menschengebote, Traditionen und e.V-Gemeindesatzungen die Wahrheit beschneiden und oft Menschen in innere Nöte bringt. Wie kann es sein, daß die Bibel mit irdischen statt mit geistlichen Augen gelesen wird. ?

und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären. 1. Kor 2,13

...der auch uns tauglich machte, Diener zu sein eines neuen Bundes, nicht des [Gesetzes]schreibens, sondern des Geistes, denn das [Gesetzes]schreiben tötet, aber der Geist macht lebend. 2. Kor 3,6

Aber der Herr ist der Geist. Wo aber der Geist des Herrn ist, dort ist Freiheit. 2. Kor 3,17

Da wo der Geist Gottes nicht ist, gibt es folglich auch keine Freiheit sondern nur tötende Buchstaben.

soli deo gloria

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