Schule: Unterricht und Erziehung vom Heiden Gustave Lebon

Der Heide Gustave Lebon (1841-1931) "aus Psychologie des foules" Paris 1895 (Psychologie der Massen) zur Bildung. Seine Ansichten zu Jahwe etc. sind falsch. Vieles in Bezug auf Massen beschreibt er aber richtig - so auch über die Bildung:

§ 5. Unterricht und Erziehung

An erster Stelle unter den herrschenden Gedanken unsrer Zeit steht die Idee, der Unterricht habe den bestimmten Erfolg, die Menschen zu bessern und sogar einander ähnlich zu machen. Nur durch seine Wiederholung ist dieser Satz schließlich zu einem der unerschütterlichsten Sätze der Demokratie geworden. Er ist ebenso unantastbar geworden, wie einst die Dogmen der Kirche.

Aber in diesem Punkt, wie in so vielen anderen, stehen die Ideen der Demokratie in schärfstem Gegensatz zu den Ergebnissen der Psychologie und der Erfahrung. Mehrere hervorragende Philosophen, besonders Herbert Spencer, konnten leicht beweisen, dass der Unterricht den Menschen weder sittlicher noch glücklicher macht, dass er die Instinkte und Leidenschaften des Menschen nicht ändert und, schlecht geleitet, oft mehr Schaden als Nutzen bringt. Die Statistiker bestätigen diese Ansicht, indem sie zeigen, dass die Kriminalität mit der Verbreitung des Unterrichts oder wenigstens einer gewissen Art des Unterrichts zunimmt; dass die ärgsten Feinde der Gesellschaft, die Anarchisten, oft aus den Besten der Schule hervorgehen. Ein hoher Justizbeamter, Adolphe Guillot, berichtet, dass man jetzt dreitausend gebildete auf tausend ungebildete Verbrecher rechnen kann, und dass innerhalb fünfzig Jahren das Verbrechertum von 227 auf 552 von hunderttausend Einwohnern gestiegen ist, was einen Zuwachs von 133 Prozent bedeutet. Er hat auch, in Übereinstimmung mit seinen Kollegen, festgestellt, dass die Kriminalität besonders bei den jungen Leuten zunimmt, bei denen die unentgeltliche Pflichtschule an die Stelle des Lehrherrn getreten ist.

Gewiß hat niemals jemand behauptet, dass gut geleiteter Unterricht keine praktischen, sehr nützlichen Ergebnisse haben könnte, wenn auch nicht in sittlicher Hinsicht, so doch in bezug auf die Entfaltung der beruflichen Fähigkeiten. Leider haben, besonders seit dreißig Jahren, die lateinischen Völker ihre Unterrichtsformen auf ganz falschen Voraussetzungen aufgebaut und beharren trotz der Beobachtungen der hervorragendsten Köpfe in ihren bedauerlichen Irrtümern. Ich selbst habe in verschiedenen Schriften *) gezeigt, dass unsere gegenwärtige Erziehung die Mehrzahl derer, denen sie zuteil wurde, in Feinde der Gesellschaft verwandelt, die vielfach die Gefolgschaft der schlimmsten Formen des Sozialismus bilden.

Die erste Gefahr dieser Erziehung, die treffend als lateinisch gekennzeichnet wird, beruht auf einem psychologischen Grundirrtum, sich einzubilden, die Intelligenz entwickle sich durch Auswendiglernen von Lehrbüchern. Ferner bemüht man sich, soviel als möglich zu lehren, und von der Volksschule bis zur Doktor- oder Staatsprüfung hat der junge Mann sich nur mit dem Inhalt von Büchern vollzustopfen, ohne jemals sein Urteil oder seine Entschlußkraft zu üben. Der Unterricht besteht für ihn im Hersagen und Gehorchen. "Aufgaben lernen, eine Grammatik oder einen Abriß auswendig wissen, gut wiederholen, gut nachmachen", schreibt der ehemalige Unterrichtsminister Jules Simon, "das ist eine komische Erziehung, bei der jede Anstrengung nur ein Beweis des Glaubens an die Unfehlbarkeit des Lehrers ist und dazu führt, uns herabzusetzen und unfähig zu machen."

Wäre diese Erziehung nur nutzlos, so könnte man sich damit begnügen, die unglücklichen Kinder zu bedauern, denen man statt vieler notwendiger Dinge lieber die Genealogie der Söhne Chlotars, die Kämpfe zwischen Neu-strien und Austrasien oder zoologische Einteilungen beibringt; aber sie bildet eine viel ernstere Gefahr, sie bewirkt bei dem, der sie genossen hat, einen heftigen Widerwillen gegen die Verhältnisse, in denen er geboren ist, und den nachdrücklichen Wunsch, aus ihnen herauszukommen. Der Arbeiter will nicht mehr Arbeiter, der Bauer nicht mehr Bauer bleiben, und der letzte Kleinbürger sieht für seine Söhne keine andere Möglichkeit als die Laufbahn eines festbesoldeten Staatsbeamten. Anstatt die Menschen für das Leben vorzubereiten, bereitet die Schule sie nur für öffentliche Ämter vor, in denen man ohne einen Schimmer von Tatkraft Erfolg haben kann. Sie erzeugt am Fuße der sozialen Leiter die proletarischen Heere, die mit ihrem Los unzufrieden und stets zum Aufstand bereit sind; oben aber unsere leichtfertige, zugleich skeptische und gläubige Bourgeoisie, mit ihrem übertriebenen Vertrauen zur Staatsvorsehung, die sie gleichwohl unaufhörlich beschimpft, weil sie stets ihre eigenen Fehler der Regierung zuschiebt und unfähig ist, ohne die Vermittlung der Obrigkeit etwas zu unternehmen.

Der Staat kann nur eine kleine Anzahl der Anwärter verwenden, die er mit Hilfe von Handbüchern fabriziert und dafür auszeichnet, und läßt die andern ohne Beschäftigung. Er muß sich also dareinfinden, die ersten zu ernähren und die andern zu Feinden zu haben. Von der Spitze bis zum Fuß der sozialen Pyramide belagert heute das riesige Heer der Anwärter die verschiedenen Ämter. Ein Kaufmann findet schwer einen Stellvertreter in den Kolonien, aber es gibt Tausende von Kandidaten, die sich um die bescheidensten öffentlichen Stellungen bemühen. Das Seinedepartement allein zählt zwanzigtausend beschäftigungslose Lehrer und Lehrerinnen, die Feld und Werkstatt verachten und sich an den Staat wenden, um leben zu können. Da die Zahl der Auserwählten beschränkt ist, so muß notwendigerweise die der Unzufriedenen ungeheuer groß sein. Sie sind zu allen Revolutionen bereit, gleichgültig unter welchem Führer und zu welchen Zielen. Der Erwerb unnützer Kenntnisse ist ein sicheres Mittel, einen Menschen zum Empörer zu machen.**)

*) Vgl. "Psychologie des Sozialismus"; "Psychologie der Erziehung".

**) Übrigens ist dies nicht nur eine besondere Erscheinung bei den lateinischen Völkern, man kann sie auch in China feststellen, das ebenfalls von einer festen Hierarchie von Mandarinen geleitet wird, und wo das Mandarinat wie bei uns auf dem Wege von Prüfungen erlangt wird, deren einziges Erfordernis das fehlerlose Hersagen dicker Lehrbücher ist. Das Heer beschäftigungsloser Gelehrter wird heute in China für ein wahres Nationalunglück gehalten. Auch in Indien hat sich, seitdem die Engländer dort Schulen gegründet, um die Eingeborenen zu belehren, nicht um sie zu erziehen, eine besondere Klasse von Gelehrten, die der Babus, gebildet, die zu unversöhnlichen Feinden der englischen Macht werden, wenn es ihnen nicht gelingt, eine Anstellung zu erhalten. Die erste Wirkung des Unterrichts bei allen Babus, ob angestellt oder ohne Beschäftigung, war ein außerordentliches Sinken ihrer Sittlichkeit. Ich habe diesen Punkt in meinem Buch "Die Kulturen Indiens" ausführlich behandelt. Alle Autoren, die die Halbinsel besuchten, haben das ebenfalls festgestellt.

Der klassische und der berufsmäßige Unterricht

Es ist offenbar zu spät, sich einer solchen Strömung entgegenzustemmen. Die Erfahrung allein, die letzte Lehrmeisterin der Völker, wird es übernehmen, uns unsern Irrtum zu zeigen. Sie allein wird mächtig genug sein, uns die Notwendigkeit des Ersatzes unserer abscheulichen Lehrbücher, unserer kläglichen Prüfungen durch einen berufsmäßigen Unterricht zu beweisen, der die Jugend befähigt, zu den Feldern, zu den Werkstätten, zu den kolonialen Unternehmungen zurückzukehren, die heute verlassen sind. Diesen berufsmäßigen Unterricht, den alle aufgeklärten Geister jetzt fordern, empfingen einst unsere Väter, und die Völker, die heute die Welt durch ihren Willen, ihre Tatkraft, ihren Unternehmungsgeist beherrschen, haben ihn sich zu bewahren gewußt. Auf bemerkenswerten Seiten seiner Bücher, deren wesentlichste Stellen ich später anführen werde, hat Taine klar gezeigt, dass unsere Erziehung einst ungefähr so war wie heute die englische oder amerikanische Erziehung, und er hat durch einen bedeutenden Vergleich zwischen dem lateinischen und angelsächsischen System die Folgen der beiden Erziehungsmethoden ins hellste Licht gerückt. Vielleicht könnte man noch alle Unzuträglichkeiten unserer klassischen Bildung hinnehmen, selbst wenn sie nur Entwurzelte und Unzufriedene heranbildete, wenn nur der oberflächliche Erwerb so vieler Kenntnisse und das lückenlose Hersagen so vieler Lehrbücher die Voraussetzungen der Intelligenz heben würde. Ist das aber wirklich der Fall? Ach nein! Urteil, Erfahrung, Tatkraft und Charakter sind die Bedingungen des Erfolges im Leben, sie sind nicht aus Büchern zu lernen. Bücher sind nützliche Nachschlagewerke, aber es ist durchaus unnütz, lange Teilstücke daraus im Kopf aufzuspeichern.

Dass der berufsmäßige Unterricht die Intelligenz in einem Maße entwickelt, das der klassische Unterricht nie erreicht, hat Taine sehr gut in folgenden Zeilen gezeigt: "Die Ideen bilden sich nur in ihrer natürlichen und regelrechten Umgebung. Ihre Keime werden durch die unzähligen Wahr- nehmungseindrücke genährt, die der junge Mensch täglich in der Werkstatt, im Bergwerk, beim Gericht, im Arbeitszimmer, auf der Schiffswerft, im Krankenhaus, beim Anblick der Werkzeuge, Betriebsstoffe und Unternehmungen, in Gegenwart der Kunden, der Arbeiter, der Arbeit, des gut oder schlecht ausgeführten, kostspieligen oder gewinnbringenden Unternehmens empfängt. Das sind die kleinen Sonderwahrnehmungen der Augen, des Ohres, der Hände und sogar des Geruchs, die unwillkürlich empfangen und unbewußt verarbeitet werden und sich in ihm ordnen, so dass sie ihm früher oder später die und die neue Verbindung, Vereinfachung, Ersparnis, Vervollkommnung oder Erfindung eingeben. All dieser wertvollen Verbindungen, all dieser für seine Entwicklung förderlichen, unentbehrlichen Möglichkeiten ist der junge Franzose beraubt, und zwar gerade im fruchtbaren Alter: sieben oder acht Jahre ist er in einer Schule eingesperrt, fern von unmittelbarer eigener Erfahrung, die ihm einen genauen und lebendigen Begriff von den Dingen, den Menschen und den verschiedenen Umgangsformen gegeben hätte."

"... Wenigstens neun von zehn haben ihre Zeit und ihre Mühe, mehrere Jahre ihres Lebens, und zwar fruchtbare, wichtige, ja entscheidende Jahre, verloren: man rechne zunächst die Hälfte oder zwei Drittel derer, die zur Prüfung gehen, ab, ich meine die Abgewiesenen; ferner von den Zugelassenen, Geprüften und Ausgezeichneten noch die Hälfte oder zwei Drittel, nämlich die Überarbeiteten. Man hat ihnen zu viel zugemutet, wenn man von ihnen verlangte, an einem bestimmten Tage auf einem Stuhl oder vor einer Tafel zwei Stunden lang für eine Menge von Wissenschaften zum lebenden Nachschlagewerk alles menschlichen Wissens zu dienen. Tatsächlich sind sie es an diesem Tage zwei Stunden lang wirklich oder beinahe gewesen, aber einen Monat später sind sie es nicht mehr. Sie könnten die Prüfung nicht wieder bestehen; ihre Gedächtnis-Errungenschaften sind zu zahlreich und drückend und entgleiten unaufhörlich ihrem Geist, und sie machen keine neuen. Ihre Geisteskraft hat nachgelassen, der befruchtende Saft ist vertrocknet, der erwachsene Mensch kommt zum Vorschein, und oft ist es der fertige Mensch. Ist der in seinem Beruf und verheiratet, so ergibt er sich drein, sich im Kreise und für unabsehbare Zeit immer in demselben Kreise zu bewegen, er verschanzt sich hinter seinem beschränkten Amt, das er fehlerlos ausfüllt, ohne das Geringste darüber hinaus zu tun. Das ist das Durchschnittsergebnis; der Ertrag wiegt die Unkosten bestimmt nicht auf. In England und Amerika, wo man, wie ehemals, vor 1789 auch bei uns in Frankreich, den umgekehrten Prozeß durchmachte, ist der Ertrag ebenso groß oder größer."

Der hervorragende Historiker zeigt uns dann den Unterschied zwischen unserm und dem angelsächsischen System. Dort geschieht die Belehrung nicht durch das Buch, sondern durch die Sache selbst. Der Techniker z. B. bildet sich in einer Fabrik, nie in einer Schule; jeder kann genau den Grad erreichen, der seiner Intelligenz entspricht, als Arbeiter oder Werkmeister, wenn er nicht weiterkann, als Ingenieur, wenn es seine Fähigkeiten zulassen. Das Verfahren ist für die ganze Gesellschaft demokratischer und nützlicher, als wenn man die Laufbahn eines Menschen von einer mehrstündigen Prüfung abhängig macht, die er im Alter von achtzehn bis zwanzig Jahren abzulegen hat.

"Im Krankenhaus, im Bergwerk, in der Fabrik, beim Architekten, beim Anwalt macht der in jungen Jahren zugelassene Schüler seine Lehr- und Probezeit durch, ungefähr wie bei uns ein Schreiber in einem Büro oder ein Malerlehrling in der Werkstatt. Vorher und bis zu seinem Eintritt konnte er nur ein paar allgemeine, kurzgefaßte Kurse besuchen, um einen geeigneten Rahmen zu haben, dem er die Beobachtungen, die er jeden Augenblick macht, einfügen kann. Je nach Fähigkeit hat er in seiner freien Zeit meist Gelegenheit, einige technische Kurse zu besuchen, um seine täglichen Erfahrungen je nach deren Stand zu verknüpfen. Bei einer derartigen Ausbildung wächst und entwickelt sich die praktische Fähigkeit von selbst bis zu dem Grade, den die Anlagen des Schülers erreichen können, und in der Richtung, die seine künftige Tätigkeit, die besondere Arbeit, der er sich von nun an widmen will, erfordert. Auf diese Weise kommt in England und in den Vereinigten Staaten der junge Mann rasch dazu, alles, was in ihm ist, aus sich herauszuholen. Mit fünfundzwanzig Jahren und, wenn ihm die Voraussetzungen dazu nicht fehlen, noch früher ist er ein nützlicher Arbeiter oder sogar ein selbständiger Unternehmer, nicht nur ein Getriebe, sondern noch mehr: ein Antrieb. — In Frankreich, wo der umgekehrte Ausbildungsgang geherrscht hat und mit jeder Generation chinesischer wird, ist die Summe der verlorenen Kräfte unermeßlich groß."

Und der bedeutende Philosoph gelangt zu folgendem Ergebnis über das zunehmende Mißverhältnis zwischen unserer lateinischen Erziehung und dem Leben:

"Auf allen drei Stufen des Unterrichts, der der Kindheit, des Knaben- und des Jünglingsalters, ist die theoretische Vorbereitung auf der Schulbank und aus Büchern verlängert und überbürdet worden, im Hinblick auf die Prüfung, den akademischen Grad, das Diplom und das Patent, und durch die schlechten Mittel, die Anwendung eines unnatürlichen und antisozialen Bildungsganges, die übermäßige Hinausschiebung der praktischen Lehre, durch das Internat, den künstlichen Drill und die mechanische Gedächtnisüberfüllung, durch Überarbeitung ohne Rücksicht auf die Zukunft, das Mannesalter und die Pflichten des Mannes, die er bald üben muß, durch Vernachlässigung der wirklichen Welt, in die der junge Mensch bald eintreten wird, der Gesellschaft, die ihn umgibt, der er sich anpassen muß, will er nicht von vornherein verzichten, des menschlichen Daseinskampfes, für den er zu seiner Verteidigung und um sich zu halten im voraus gerüstet und gewappnet, geübt, abgehärtet sein muß. Diese unentbehrliche Ausrüstung, diese Errungenschaft, die wichtiger ist als alle anderen, diese Tüchtigkeit des gesunden Menschenverstandes, des Willens und der Nerven: in unseren Schulen wird sie nicht gewonnen; ganz im Gegenteil: statt den Menschen tüchtiger zu machen, machen sie ihn untüchtig für seine nächste und künftige Stellung. Daher sind nach dem Verlassen der Schule sein Eintritt in die Welt und seine ersten Schritte auf dem Felde des praktischen Wirkens nichts als eine Reihe schmerzlicher Niederlagen, aus denen er verwundet und für lange Zeit zermürbt, verkrüppelt hervorgeht. Es ist eine harte und gefährliche Probe, bei der das geistige und sittliche Gleichgewicht erschüttert wird und Gefahr läuft, nicht wiederhergestellt zu werden. Die Enttäuschung kam zu jäh und zu vollständig, der Betrug war zu groß und der Ekel zu stark.*)

Sind wir im vorstehenden von der Massenpsychologie abgewichen? Gewiß nicht. Wenn wir die Ideen und Glaubensmeinungen, die heute in ihr keimen und morgen aufgehen werden, verstehen wollen, so müssen wir wissen, wie der Boden dafür vorbereitet wurde. Der Unterricht, den die Jugend eines Landes genießt, erlaubt uns, die Schicksale dieses Landes ein wenig vorauszusehen. Die Erziehung, die der heutigen Generation zuteil wird, rechtfertigt die düstersten Ahnungen. Hand in Hand mit dem Unterricht und der Erziehung veredelt sich die Massenseele oder verdirbt. Es war daher notwendig, zu zeigen, wie das gegenwärtige System sie geformt hat und wie die Masse der Unbeteiligten und Gleichgültigen allmählich zu einem riesigen Heer Unzufriedener wurde, das bereit ist, allen Einflüssen der Weltverbesserer und Redner zu folgen.

Die Schule bildet heute Unzufriedene und Anarchisten und bereitet für die lateinischen Völker die Zeiten des Niedergangs vor.

 
*) Taine, Le régime moderne II, 1894. - Es sind fast die letzten Seiten, die Taine schrieb. Sie fassen die Ergebnisse der langen Erfahrungen des großen Denkers ausgezeichnet zusammen. Die Erziehung ist unser einziges Mittel, die Seele eines Volkes ein wenig zu beeinflussen, und der Gedanke ist tieftraurig, dass es fast niemand in Frankreich gibt, der zu begreifen vermag, dass unser gegenwärtiger Unterricht eine furchtbare Ursache der Entartung ist. Anstatt die Jugend zu erheben, erniedrigt und verdirbt er sie.

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