Staat: Die Gleichzeitigkeit des gleichgeschalteten sozialistischen Gottlosen

Die Gleichzeitigkeit des gleichgeschalteten sozialistischen Gottlosen

aus Verführungsprinzipien von Rudi Holzhauer

Es muss um der Wahrheit willen gesagt werden, dass nicht nur an der Bibel orientierte Christen einen geschärften und hindurchsehenden Blick für die auffallenden Abfallserscheinungen [Anm.: Der Begriff Abfall sollte nicht auf die Heiden angewendet werden] in unserem zwanzigsten Jahrhundert haben. Die Fortschrittseuphorie zu Beginn des Jahrhunderts mit ihrem Wissenschaftsoptimismus hat durch das ernüchternde Schreckenserlebnis zweier Weltkriege auch einsichtige und aufrichtige Welt Menschen mit gesundem Urteilsvermögen zu Mahnern gemach. Einer von ihnen, der längst nicht mehr unter den Lebenden weilt, sei in Erinnerung gebracht. Das Erstaunliche an seiner bemerkenswerten Arbeit ist, dass er schon an den im Ansatz befindlichen Tendenzen die negativen Folgeentwicklungen abzulesen vermochte. Er registriert nicht nur die großen, groben asozialen und unmoralischen Dinge, sondern weist vielmehr auf Erscheinungen hin, die ganz allgemein lediglich als "modern" empfunden, als Bereicherung begrüßt und als Fortschritt gefeiert und angenommen werden.

Anfang der zwanziger Jahre veröffentlichte der Dichter Stefan Zweig - um diesen handelt es sich - seinen berühmten zeit- und gesellschaftskritischen Aufsatz "Die Monotonisierung der Welt". Der an erregender Aktualität bis heute nur wenig eingebüßt hat. Im folgenden eine auszugsweise Wiedergabe (Das Stefan Zweig Buch, S. Fischer-Verlag, Ffm 1981):

"Stärkster geistiger Eindruck von jeder Reise in den letzten Jahren trotz aller einzelnen Beglückung: ein leises Grauen vor der Monotonisierung der Welt. Alles wird gleichförmiger in den äußeren Lebensformen, alles nivelliert sich auf ein einheitliches kulturelle Schema. Die individuellen Gebräuche der Volker schleifen sich ab, die Trachten werden uniform, die Sitten international. Immer mehr scheinen die Länder gleichsam ineinandergeschoben, die Menschen nach einem Schema tätig und lebendig, immer mehr die Städte einander äußerlich ähnlich. Paris ist zu drei Vierteln amerikanisiert, Wien verbudapestet: immer mehr verdunstet das feine Aroma des Besonderen in den Kulturen, immer rascher blättern die Farben ab und unter der zersprungenen Firnisschicht wird der stahlfarbene Kolben des mechanischen Betriebes. die moderne Weltmaschine, sichtbar.

Dieser Prozess ist schon lange im Gange ..., aber nie war dieser Niedersturz in die Gleichförmigkeit der äußeren Lebensformen so rasch, so launenhaft wie in den letzten Jahren .... Symptome: Man könnte, um das Problem deutlich zu machen, Hunderte aufzählen. Ich wähle nur schnell ein paar der geläufigsten, die jedem gewärtig sind, um zu zeigen, wie sehr sich Sitten und Gebräuche im letzten Jahrzehnt monotonisiert und sterilisiert haben... ...: Die Mode. Sie hat niemals eine solche blitzhafte Gleichheit gehabt in allen Ländern wie in unserer Epoche. Früher dauerte es Jahre, ehe eine Mode aus Paris in die anderen Großstädte, wiederum Jahre, ehe sie aus den Großstädten auf das Land drang, und es gab eine gewisse Grenze des Volkes und der Sitte, die sich ihren tyrannischen Forderungen sperrte. Heute wird ihre Diktatur im Zeiträume eines Pulsschlages universell. New York diktiert die kurzen Haare der Frauen: innerhalb eines Monats fallen, wie von einer einzigen Sense gemäht, 50 oder 100 Millionen weiblicher Haarmähnen. Kein Kaiser, kein Khan der Weltgeschichte hatte ähnliche Macht, kein Gebot des Geistes ähnliche Geschwindigkeit erlebt. Das Christentum, der Sozialismus brauchten Jahrhunderte und Jahrzehnte, um eine Gefolgschaft zu gewinnen, um ihre Gebote über so viel Menschen wirksam zu machen, wie sie ein Pariser Schneider sich heute in acht Tagen hörig macht... ...: Das Kino. Wiederum unermessliche Gleichzeitigkeit über alle Länder und Sprachen hin, Ausbildung gleicher Darbietung, gleichen Geschmackes (oder Ungeschmackes) auf Tausend-Millionen-Massen. Vollkommene Aufhebung jeder individuellen Note, obwohl die Fabrikanten triumphierend ihre Filme als national anpreisen ... Auch hier ist der Instinkt der Massenhaftigkeit stärker und selbstherrlicher als der Gedanke ... ...: Das Radio. Alle diese Erfindungen haben nur einen Sinn: Gleichzeitigkeit. Der Londoner, Pariser und der Wiener hören in der gleichen Sekunde dasselbe, und diese Gleichzeitigkeit, diese Uniformität berauscht durch das Überdimensionale. Es ist eine Trunkenheit, ein Stimulanz für die Masse und zugleich in allen diesen neuen technischen Wundern eine ungeheure Ernüchterung des Seelischen, eine gefährliche Verführung zur Passivität für den einzelnen. Auch hier fügt sich das Individuum wie beim Tanz, der Mode und dem Kino, dem allgleichen - herdenhaften Geschmack es wählt nicht mehr vom inneren Wesen her, sondern es wählt nach der Meinung einer Welt.

Bis ins Unzählige könnte man diese Symptome vermehren, und sie vermehren sich von selbst von Tag zu Tag ... Konsequenzen: Aufhören aller Individualität bis ins Äußerliche ... Unbewusst entsteht eine Gleichhaftigkeit der Seelen, eine Massenseele durch den gesteigerten Uniformierungstrieb, eine Verkümmerung der Nerven zugunsten der Muskeln, ein Absterben des Individuellen zugunsten des Typus. Konversation, die Kunst der Rede, wird zertanzt und zersportet, das Theater brutalisiert im Sinne des Kinos; in die Literatur wird die Praxis der raschen Mode, des "Saisonerfolges" eingetrieben... schon breitet sich gleich dem Radio die blitzhafte Form des Erfolges aus, der an allen europäischen Stationen gleichzeitig gemeldet und in der nächsten Sekunde abgekurbelt wird. Und da alles auf das Kurzfristige eingestellt ist, steigert sich der Verbrauch: so wird Bildung, die durch ein Leben hin waltende, geduldig sinnvolle Zusammenfassung ein ganz seltenes Phänomen in unserer Zeit, so wie alles, das sich nur durch individuelle Anstrengung erzwingt... Von Amerika kommt jene ... Welle der Einförmigkeit, die jedem Menschen dasselbe gibt, denselben Overallanzug auf die Haut und dasselbe Automobil statt der Füße. In verhängnisvoller Weise drängt von der anderen Seite unserer Welt, von Russland derselbe Wille zur Monotonie in verwandelter Form: der Wille zur Parzellierung des Menschen, zur Uniformität der Weltanschauung derselbe fürchterliche Wille zur Monotonie. ... das höchste Ideal des Durchschnitts: Vergnügen zu bieten, ohne Anstrengung zu fordern ... Selbständigkeit in der Lebensführung und selbst im Genuss des Lebens bedeutet jetzt nur so wenigen mehr ein Ziel, dass die meisten es nicht mehr fühlen wie sie Partikel werden, mitgespülte Atome einer gigantischen Gewalt! So baden sie sich warm in dem Strome, der sie wegreißt ins Wesenlose!".

Und sie ahnen nicht die Gefahr dieser technischen Gleichförmigkeit: dass sie dadurch ihres Eigenwillens sich begeben und willenlose Masse werden, die dann jedem Agitator, jedem Kriegstreiber, jedem Hasardeur der Politik sich widerstandslos in die Hände gibt. So schafft sich Europa durch geistige Resignation sein Schicksal. Wir Älteren wissen es nur zu genau: kaum zehn Jahre später bewahrheitete sich Stefan Zweigs Sicht in Form der systematischen Volksverhetzung und Volksvereinnahmung einer gleichgeschalteten Masse durch die Person des dämonisierten Demagogen Adolf Hitler. Sein Erfolgsmedium war das Radio, das Kino und die massensuggestiven Auftritte. Gibt es nach diesem niederschmetternden Befund eine Gegenwehr? Zweig antwortet: Nein!:

"Was nun tun? Das Kapital stürmen, die Menschen anrufen: ,Auf die Schanzen, die Barbaren sind da, sie zerstören unsere Welt!" ... Nein, wir sind nicht mehr so blindgläubig, um zu glauben, man könne noch ... gegen eine Weltbewegung ungeheuerlicher Art aufkommen und diesen Trieb zur Monotonisierung niederschlagen. In all diesen Dingen ... liegt eine ungeheure Kraft, die nicht zu überwältigen ist. Denn sie alle erfüllen das höchste Ideal des Durchschnittes: Vergnügen zu bieten, ohne Anstrengung zu fordern ... Es wäre eine ungeheure Anmaßung, wollten wir versuchen, die Menschen von diesen (im Innersten leeren) Vergnügungen wegzurufen. Denn wir - um ehrlich zu sein - was haben wir ihnen noch zu geben? Unsere Bücher erreichen sie nicht mehr, weil sie längst nicht mehr das an kalter Spannung, an kitzliger Erregung zu leisten vermögen, was der Sport und das Kino ihnen verschwenderisch geben ... Wir sind - gestehen wir es uns nur zu - allen diesen Massenfreuden und Massenleidenschaften und damit dem Geist der Epoche furchtbar fremd geworden, wir, denen geistige Kultur Lebensleidenschaft ist, wir, die wir uns niemals langweilen, denen jeder Tag zu kurz wird um sechs Stunden, wir, die wir keine Totschlageapparate brauchen für die Zeit und keine Amüsiermaschinen, weder Tanz noch Kino, noch Radio, noch Bridge, noch Modenschau. Wir brauchen nur bei einer Plakatsäule in einer Großstadt vorüberzugehen oder eine Zeitung zu lesen, in der Fußballkämpfe mit der Ausführlichkeit von homerischen Schlachten geschildert werden, um zu fühlen, dass wir schon solche Outsider geworden sind wie die letzten Enzyklopädisten während der Französischen Revolution, etwas so im Seltenes, Aussterbendes im heutigen Europa wie die Gemsen und das Edelweiß. Vielleicht wird man um uns seltene letzte Exemplare einmal einen Naturschutzpark anlegen, um uns zu erhalten und als Kuriosa der Zeit respektvoll zu bewahren ..." Hier reicht die Phantasie des Humanisten Zweig nicht mehr aus um die tatsächliche Entwicklung folgerichtig in ihrer dämonischen Wirklichkeit zu erkennen. Denn nicht Naturschutzparks und weltenrückze  Siedlungen sind die letzten Zufluchtsstätten der unangepassten Individualisten (z.B. der Christen), sondern Zwangsarbeits- und Konzentrationslager oder psychiatrische Kliniken, in denen, wenn raffinierte Tricks nicht helfen, die Gehirnwäsche mit Elektroschocks und Drogen vollzogen wird. Denn für den totalen Staat ist der kritische Denker kein "Outsider" und kein nostalgischer Schwärmer, sondern der Klassenfeind schlechthin; er ist der rückständige Vertreter einer zum Aussterben verurteilten Generation, die einer Ideologie der Weltbeglückung im Wege steht. Für Zweig bleibt am Ende die Resignation "... Wir können nichts tun, nichts hindern und nichts ändern: jeder Aufruf zum Individualismus an die Massen, an die Menscheit wäre Überheblichkeit und Anmaßung ... So bleibt nur eines für uns, da wir den Kampf für vergeblich halten: Flucht, Flucht in uns selbst... Und das ist unsere Aufgabe: immer freier werden, je mehr sich die anderen freiwillig binden! immer vielfältiger die Interessen ausweiten in alle Himmel des Geistes hinein, je mehr die Neigung der anderen eintöniger, eingleisiger, maschineller wird! Und alles dieses ohne Ostentation! Nicht prahlerisch zeigen: Wir sind anders. Keine Verachtung affichieren für alle diese Dinge ... Uns im absondern, aber nicht außen: dieselben Kleider tragen, von Technik alle Bequemlichkeit übernehmen, sich nicht vergeudet prahlerischen Distanzierungen, in einem dummen ohnmächtigen Widerstand gegen die Welt. Still aber frei leben, sich lautlos unscheinbar einfügen in den äußeren Mechanismus der Gesellschaft,  aber innen einzig ureigenster Neigung leben ...! hochmütig wegsehen, nicht frech sich weghalten, sondern zusehen zu erkennen suchen und dann wissend ablehnen, was uns nicht zugehört, und wissend erhalten, was uns notwendig erschein! Es waren also nicht immer nur die christlichen Denker, die mit einem Blick für zeitgeschichtliche Entwicklungen ausgestattet waren wenn auch der Humanist die eigentliche Ursache, den Abfall von Gott, und das eigentliche Ziel der Entwicklung, hin zur antichristlichen Einheit, nicht erkennt. Auch weiß Zweig nicht, dass ein Christ sich nicht "lautlos einfügen" kann (Apg. 5,29), und dass die Distanzierung seitens eines Christen nicht "prahlerisch" und sein Widerstand nicht "dumm" sondern nur sich selbst bewahrend und für andere helfend ist. Dieser Mangel an Erkenntnis, dass es in aller Wirrnis der Welt echte Geborgenheit bei Gott gibt, führte den Humanisten Zweig - wie viele andere - in die Resignation, in jahrelange Verzweiflung und in den Selbstmord.

Eines dürfte jedoch beunruhigend klar geworden sein: der geistesträge, anpassungsfreudige, gleichgeschaltete, auf Sofortbefriedigung eingestellte Mensch unserer Tage hat in seiner Ausprägung zum Typus des "Menschen der Gesetzlosigkeit" unerhörte Fortschritte gemacht. Das beweisen nicht nur die Kriminalstatistiken und der weltweite Terror, sondern auch der Verfall jeglicher Moral und Ethik (bis in eine sog. Christenheit hinein), und die Isolierung von den Mitmenschen in einem anschwellenden Kampf, in dem jeder lediglich den eigenen Vorteil sucht, und der Bruch mit positiven, beziehungserhaltenden
Traditionen.

Die Auflehnung des modernen Kindes gegen seine Eltern ist im Kleinformat die Auflehnung der modernen Welt gegen Gott und gegen die fast zweitausendjährige Geschichte des christlichen Erbes. Wenn wir bis hierher die Dinge überwiegend aus einer Sicht des "gesunden Menschenverstandes" dargestellt haben, so folgt nun die weitaus tiefergreifende biblische Einordnung.

-----------------------

Anmerkung:

Der Gottlose scheint in seiner von Gott gelösten Existenz hauptsächlich zum Herdentrieb aka Sozialismus zu tendieren. Hier kann er sich in der Masse der Dummen verstecken und muß nicht Verantwortung übernehmen. So wie nach Adolf Hitler: "Ich habe von nichts gewußt." Die persönliche Verantwortung und Sünde wird sozialisiert. Ganz anders bei Heiligen, diese sind direkt Antwort vor Gott über begangene Sünden schuldig, ebenso verhalten sich Heilige in ihrer Umwelt der Bibel gemäß. Sie können vom Herdentrieb der Gottlosen auch nicht mitgerissen werden.
Zur seelischen Degeneration und derer Zerstörung dient heute hauptsächliche das Televisions-Gerät aka Fernseher. Mit fast Lichtgeschwindigkeit kann jeder Unsinn, in die Köpfer der gleichzuschaltenden gottlosen Massen eingebrannt werden. TV hat nachweislich einen negtiven Einfluß auf die Gehirnentwicklung von Kindern * . Kinder vor dieses Monster zu setzen ist ein Verbrechen.
Der gottlose Mensch ohne Richtlinien, Moral und Verstand übernimmt die Dogmen der gleicheschalteten Medien-Monopole. Durch Nachahmen der TV Inhalte erzieht er sich sich selbst in das jeweilige vorgegebene Sein-Dogma um. Der eine mehr der andere weniger. Da der Mensch aber hauptsächlich durch Nachahmen lernt, tut er dies auch durch den Fernseher. So wundert es nicht, daß es dadurch schnell möglich ist, ein gottloses Volk zu Mördern, Ehebrechern, Satanisten umzuerziehen. Ohne TV wäre das auch möglich, aber durch Medien wie Bücher etc. hätte das wesentlich länger gedauert.

Jeder Gottlose ist im Grund ein Sozialist, weil das die primitivste und unkomplizierteste Daseinsform für ihn darstellt: Der Staat soll was machen, die örtliche Gemeinde soll was machen, der König soll, der Bürgermeister soll, die Partei soll, die Politik soll, die Gerichte sollen, die Polizei soll, die Schule soll, die Kirche soll, der Verein soll, u.s.w.

"Wie nun? Haben wir etwas voraus? Ganz und gar nicht! Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind, wie geschrieben steht: »Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer! Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie; Otterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund ist voll Fluchen und Bitterkeit, ihre Füße eilen, um Blut zu vergießen; Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn, und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen." Römer 3,9ff

* http://www.heise.de/tp/artikel/17/17137/1.html

Tags: