Was geschieht bei pfingstlerischen Taufen oder Handauflegungen?

Das Mindeste aber, was in jedem Fall nach einer pfingstlerischen „Segnung“ eintritt, ist der Verlust der geistlichen Urteilskraft. Man verliert noch weiter die so wichtige Gabe der Geisterunterscheidung, die ein unverbildetes Gotteskind noch hat.

 
Rudi Holzhauer
 
Viele engagierte Befürworter der charismatischen Bewegung bezeugen, ihnen sei bei ihrer pfingstlichen Wasser- oder Geistestaufe nichts Negatives widerfahren; sie seien im Gegenteil „besonders gesegnet“ worden. Die da und dort bekannt gewordenen Belastungsfälle einzelner seien auf deren Zweifel oder heimlichen Unglauben zurückzuführen oder auf ein vorher unbemerktes Vorhandensein einer Neurose!
 
Diese Aussage ist nicht nur irreführend sondern auch listig. Bei schwarmgeistigen Handauflegungen geschieht immer etwas, auch wenn es nicht unmittelbar festzustellen ist. Wer sich die Hände auflegen lässt, hat bereits so viel von der schwärmerischen Lehre akzeptiert, dass er sich für diesen Geist geöffnet hat. Das wird in einer Zeremonie mit Handauflegung so verstärkt, dass – auch wenn nicht sofort ein Zungenreden eintritt – die so „Getauften“ früher oder später ihre okkulten Höhenflüge haben oder, nicht selten, mit Seelenschwankungen (Depressionen u.ä.) bis hin zu okkulten Qualen (z.B. Verfolgungswahn) konfrontiert werden. 

Sie können mit ungewöhnlichen Träumen, mit Visionen und Offenbarungen „beglückt“ oder auch geängstigt werden. Im ersten Fall werden diese Dinge für geistlich angesehen und fälschlich mit Joel 3 in Verbindung gebracht, und so schöpft der Einfältige keinen Verdacht. Im zweiten Fall, wenn gar zu unnormale Zustände oder grobe Versuchungen auftreten, bis hin zu Lästergedanken, dann versteht es die alte Schlange immer noch, diesen Dingen einen Glorienschein zu geben, indem sie von einem nun „hohen geistlichen Stand der Begnadigung“ spricht, der auch ein größeres Ausmaß des „Angefochtenseins“ zur Folge habe. Man ist der Ansicht, die Überwindungsfähigkeit müsse auf dem Prüfstand solcher „Anfechtungen“ getestet werden!

 
Das Mindeste aber, was in jedem Fall nach einer pfingstlerischen „Segnung“ eintritt, bzw. was sich verstärkt, ist der Verlust der geistlichen Urteilskraft. Man verliert noch weiter die so wichtige Gabe der Geisterunterscheidung, die ein unverbildetes Gotteskind noch hat. Das ist ein Charakteristikum der schwarmgeistigen Bewegungen: Man hält die unbiblischen Erscheinungen bei sogenannten „Geistbegabten“ für natürlich und normal. Verhaltensweisen, die man früher beargwöhnt und mit größter Skepsis betrachtet hat (z.B. sprachliche Entgleisungen, unziemliche Scherze) empfindet man nicht mehr als anstößig oder verdächtig. Dadurch gelingt es Satan, sein Verführungswerk fortlaufend zu vertiefen und auszuweiten, so dass es zu einer ständigen Stabilisierung der Oberflächlichkeit und des Irrtums kommt.
 
Es ist mir ein besonderes Anliegen, auf die Gefährlichkeit des von schwarmgeistig Gläubigen allzu gern eingesetzten Körperkontakt in Handauflegung, Umarmung, Kreisbildung zwecks Gaben- oder Segensvermittlung hinzuweisen, besonders seitens „Seelsorgern“ und „Wunderheilern“. Der angebliche Empfang des Heiligen Geistes durch Berührung an Kinn oder Stirn, der in der Regel auch den bekannten „Fall nach hinten“ bewirkt, ist ein magisch-okkultes Ritual mit hypnotischer Wirkung. Wer daran teilnimmt, und sei es nur aus Neugier, bekundet damit bereits seine Offenheit für diese Einflüsse. Aber die auf solche Weise (meist rücklings) Hingestreckten empfangen keine Geistes- sondern regelrecht eine Geistertaufe, die schwerwiegende Folgen hat. Wie ernst Körperkontakte – wenn sie zwecks geistlicher Wünsche eingesetzt bzw. erduldet werden – zu bewerten sind, zeigt folgendes Beispiel:
 
Eine Frau berichtet in der Seelsorge, plötzlich hellsichtig zu sein. Auf Nachfragen des Seelsorgers ergibt sich kein Hinweis auf frühere okkulte Betätigung. Dann stellt sich heraus, dass sie seit einiger Zeit Pfingstler-Versammlungen besucht. Zum Abschluss einer solchen habe ein besonders begnadeter Verkündiger zum Zweck einer Segensvermittlung eine „Kettensegnung“ durchgeführt. Dabei wurde die Handauflegung der Einfachheit halber nur an einer einzigen Person vollzogen, aber durch Kettenbildung durch Handkontakt an alle Teilnehmer „weitergeleitet“. Indem die Frau an dieser „Segnung“ teilnahm (ein Beweis ihrer eigenen irregeführten Erwartungshaltung), konnte Satan hier ansetzen, und so fand der Geist (hier als Wahrsagegeist) bei der Beteiligten Eingang – und dies wahrscheinlich auch bei einer größeren Anzahl gutgläubiger, aber durch Irrlehre geprägter Versammlungsteilnehmer. Es stellt sich die Frage, was wohl ernster zu bewerten ist: die angemaßte Handlungsweise des Verkündigers oder die Naivität der Kinder Gottes, die über körperliche Kontakte einen „himmlischen“ Segen erwarten?
 
Die Pfingstbrüder beklagen die Verunsicherung, die durch unsere Aufklärungstätigkeit in ihren Kreisen entsteht. Wir hingegen staunen über die Ungerührtheit und Hilflosigkeit derjenigen, die sich auch dann noch für begnadet und bevollmächtigt halten, wenn sie mit den unheimlichen Folgen, die sie mit ihrer Schwärmerei angerichtet haben, konfrontiert werden. 
 
Über die unzähligen Belasteten, die durch Handauflegung und „Geistvermittlung“ hilflos am Wegrand liegen, schweigt man sich aus oder geht ungerührt, wie jener Priester und Levit, an dem unter die Räuber Gefallenen vorüber. Allenfalls greift man nochmals zum falschen Mittel und versucht, die Dämonen, die man zuvor eintrieb, wieder magisch „auszutreiben“.
 
Ein Beispiel unter Hunderten: Als eine Glaubensschwester nach pfingstlicher Wasser- und sogenannter Glaubenstaufe in tiefe Umnachtung und Depression fiel, allen Glauben und die Heilsgewissheit verloren hatte, riefen wir den zuständigen Pfingstprediger, der die Weissagung und die Zungenauslegung vollzogen hatte, um Aufklärung und Hilfe. Während er fassungslos vor dem jammernden Häufchen Elend stand, war sein einziger Kommentar: „Es ist alles in Ordnung, der Herr zeigt mir nichts“. 
 
Ich stelle bescheiden die Frage: Was war hier in Ordnung, das schwarmgeistige, pfingstlerische Lehr- und Handlungssystem oder der uneinkalkulierte Einbruch von Finsternismächten, denen man – wenn auch unwillentlich – durch die üblichen Okkultmethoden die Türen geöffnet hatte? Hier war doch wohl ein anderer Herr am Werk, der sich nicht offenbaren wollte. So wenigstens müssen wir die Dinge sehen.
 
Übrigens, die Befreiung dieser Frau geschah dann nicht durch andere „vollmächtigere“ Pfingstbrüder, sondern durch eine biblische Klarstellung und die darauf folgende Absage an alle Spezial-Lehren dieses Pseudo-Pfingstgeistes – mit Danksagung an den HERRN, der auf Golgatha auch diese Mächte besiegt hat. So gewann die Glaubensschwester ihr Vertrauen in GOTTES Erbarmen zurück.
 
Alle Geist- und Gabenvermittler sind Kontaktpersonen zur Geisterwelt und hochgradig medial. Daher auch ihre Fähigkeit der Hellsicht und Sündenoffenbarung. Das Gleiche gilt für alle Teufels- und Dämonenaustreiber unserer Tage, gleichgültig, aus welchem religiösen Bereich sie kommen. Alle „Vollmachtsexperten“ charismatischer oder anticharismatischer Prägung berufen sich auf die apostolischen Vollmachtsbeweise des Neuen Testaments, die sie für sich in Anspruch nehmen, ohne zu bedenken, dass die Zeit der Apostel mit dem Tode des letzten Apostels vorbei ist.
 
Man muss mir als kritischen Beobachter dieser Dinge schon gestatten, den vom Herrn Jesus selbst erwählten und berufenen Aposteln mehr Vollmacht und Legitimation einzuräumen, als den in der Regel sich selbst beauftragten schwarmgeistigen Gabenvermittlern und Dämonenaustreibern von heute. 

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