Mythos Preisgericht

Mythos Preisgericht

In frommen Kreisen zirkuliert der Aberglaube an ein sogenanntes "Preisgericht".  Die Bibel kennt den Begriff Preisgericht nicht. Der Mythos besagt, daß es im Himmel eine Sonderentlohnung für geistlich besonders Fleißige geben würde. Aber was wollen diese Sünder noch mehr als gerettet worden zu sein und die Ewigkeit bei Gott zu verbringen?

Mir scheint als hätte man die irdischen kapitalistischen Umtriebe auf das Himmelreich zu übertragen versucht. Zum einen sagen jene, die Begabung komme von Gott und Gott begabt jene so und andere anders - richtig. Aber dann wäre es ungerecht, daß jene mehr bekommen würden durch das was die taten; was sie taten hatten sie wiederum nur allein aus der von Gott gegebene Begabung getan - also im Grund haben sie selbst gar nichts getan wofür sie einen Sonderbonus verdient hätten. wink

Es ist schon kraß, wie wenig solche vom Prinzip des Himmelreiches verstehen, wie wenig sie mit ihrer Errettung und dem Herrn Jesus zufrieden sind.crying Es spricht aus dem sogenannten Preisgericht doch eher eine fleischliche Gier.

Biblisch ist dieser Aberglaube sehr schnell widerlegt:

"Denn das Reich der Himmel gleicht einem Hausherrn, der am Morgen früh ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg einzustellen. Und nachdem er mit den Arbeitern um einen Denar für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg. Als er um die dritte Stunde ausging, sah er andere auf dem Markt untätig stehen und sprach zu diesen: Geht auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, will ich euch geben! Und sie gingen hin. Wiederum ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Als er aber um die elfte Stunde ausging, fand er andere untätig dastehen und sprach zu ihnen: Warum steht ihr hier den ganzen Tag untätig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt! Er spricht zu ihnen: Geht auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, das werdet ihr empfangen! Als es aber Abend geworden war, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter und bezahle ihnen den Lohn, indem du bei den Letzten anfängst, bis zu den Ersten. Und es kamen die, welche um die elfte Stunde [eingestellt worden waren], und empfingen jeder einen Denar. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; da empfingen auch sie jeder einen Denar. Und als sie ihn empfangen hatten, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir die Last und Hitze des Tages getragen haben! Er aber antwortete und sprach zu einem unter ihnen: Freund, ich tue dir nicht unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen? Nimm das Deine und geh hin! Ich will aber diesem Letzten so viel geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Blickst du darum neidisch, weil ich gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt." Mat 20,1ff

 

 

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